Alex­ander Mad­lung, seit Ihrem Wechsel von Hertha zum VfL Wolfs­burg sind Sie Stamm­spieler. Haben Sie Falko Götz und Dieter Hoeneß mit Ihren guten Leis­tungen in der ver­gan­genen Hin­runde eines Bes­seren belehrt?

Ich muss nie­manden eines Bes­seren belehren. Ich bringe meine Leis­tung, die der­zeit für sich spricht und mir ja auch schon die Beru­fung in die Natio­nal­mann­schaft gebracht hat.

Warum sind Sie zu einem Verein mit einem derart grauen Image gewech­selt?

Trainer Klaus Augen­thaler und Manager Klaus Fuchs haben mir ver­si­chert, dass sie auf mich bauen werden. Ich ver­suche jetzt, dieses Ver­trauen mit guten Leis­tungen zurück­zu­zahlen. Da ich außerdem aus Braun­schweig komme, war es für mich aber auch ein Schritt in Rich­tung Heimat. Dort wohnen alle meine alten Freunde. Das hat mir die Ent­schei­dung sehr erleich­tert.



Klaus Augen­thaler hat über Sie gesagt: Mad­lung ist nicht schlechter als Mer­te­sa­cker.“ Hat er erkannt, wie gut Sie wirk­lich sind?

Mein größtes Plus in Wolfs­burg ist ein­fach, dass ich über einen län­geren Zeit­raum ein­ge­setzt werde – des­halb spiele ich auch so kon­stant.

Hat dieser Rück­halt in Berlin gefehlt?

Natür­lich. Es ist doch ein Unter­schied, ob man zehn Spiele am Stück macht – wie hier beim VfL – oder ob man nach langen Pausen nur für kurze Zeit ein­ge­setzt wird. Eine gute Leis­tung ist dann auf Dauer nur schwer mög­lich.

Wie erleben Sie den Rummel um Mar­cel­inho?

Wolfs­burg ist von der Medi­en­land­schaft natür­lich nicht ganz so krass wie Berlin und das kommt ihm sehr zugute. Auch im Umfeld wird es ihm hier um Einiges leichter gemacht als zuletzt in der Türkei. Der erste große Ansturm ist jetzt aber so langsam auch über­standen.

Viele bezwei­feln, dass Mar­cel­inho mit der ört­li­chen Par­ty­szene zufrieden sein wird. Kann man denn in Wolfs­burg seine Frei­zeit ver­bringen?

Ja, hier ist schon eine Menge los. Vor allem die City-Galerie und die Cafés und Restau­rants können sich bli­cken lassen. Und für Freunde der ita­lie­ni­schen Küche ist Wolfs­burg auch die rich­tige Adresse. Dank der vielen Gast­ar­beiter ist die Stadt sehr mul­ti­kul­tu­rell und es gibt viele ver­schie­dene Restau­rants.

Nach Berlin fahren Sie also nicht mehr so oft.

Doch, zum Shoppen fahre ich gerne nach Berlin, aber nicht mehr so regel­mäßig.

Warum sind Sie schon als 17-Jäh­riger von Braun­schweig zur Hertha gewech­selt?

Ich wollte immer Fuß­baller werden. Daher hatte ich keine Angst, mich schon früh für diesen Schritt zu ent­scheiden. Die Ent­schei­dung kam dann auch genau zur rich­tigen Zeit.

Wäh­rend Ihres ersten Jahres in Berlin haben sie im Hotel gewohnt.

Das Hotel­leben war wirk­lich nicht schlecht. Ich habe mit anderen Jugend­spie­lern zusam­men­ge­wohnt. Da wir noch nicht Auto fahren konnten, haben uns zwei Betreuer die ganze Zeit gefahren. Das war schon sehr okay. Für mich war die Umstel­lung in der großen Stadt aber nicht so schwer. Meine zwei älteren Brüder wohnen in Berlin und in den Som­mer­fe­rien hatte ich sie oft besucht – ich kannte die Stadt also.



In Berlin sollen Sie mehr als 300 Straf­zettel bekommen haben.

Das Thema ist erle­digt. Für mich geht es um das Jetzt und Hier. Und das heißt Fuß­ball­spielen beim VfL Wolfs­burg.

Ist Wolfs­burg für Sie den­noch nur eine Zwi­schen­sta­tion?

Mein Ver­trag beim VfL läuft noch zwei­ein­halb Jahre und ich fühle mich sehr wohl hier. Außerdem wohne ich wieder in meiner Hei­mat­stadt Braun­schweig.

Welche Ziele ver­folgen Sie mit Verein?

Mit Mar­cel­inho hat der Klub einen sehr guten Kauf gemacht. Und unser Ziel bleibt der ein­stel­lige Tabel­len­platz. Ich möchte ein­fach wei­terhin kon­stant spielen und wieder bei der Natio­nal­mann­schaft ein­ge­laden werden.

Sind Sie ein moderner Ver­tei­diger?

Ja, klar. Als Abwehr­spieler muss man sich dem heu­tigen Spiel­system anpassen. Ein­fach jeden Ball weg­schlagen und dem eigenen Schuss hin­ter­her­zu­laufen, ist schon länger nicht mehr zeit­gemäß.

Wie bewahrt man einen kühlen Kopf, wenn man vom Gegen­spieler unter Druck gesetzt wird?

Es ist wichtig, sich auf seine Stärken zu besinnen. Man muss sich im Trai­ning bemühen, alle Abläufe zu auto­ma­ti­sieren, damit man in schwie­rigen Momenten nicht mehr soviel dar­über nach­denkt. Jeder hat auf seiner Posi­tion die ver­schie­densten Situa­tionen schon hun­dertmal durch­ge­spielt. Diese sich immer wie­der­ho­lenden Abläufe muss man ein­fach im Trai­ning üben.

Wie wichtig ist das Zusam­men­spiel mit dem erfah­renen Kapitän Kevin Hof­land in der Innen­ver­tei­di­gung?

Wir unter­stützen uns gegen­seitig und ich nehme jede Hilfe an. Es hat sich ja auch schnell her­aus­ge­stellt, dass wir beide gut zusam­men­passen. Nicht umsonst waren wir in der Hin­runde mit die beste Abwehr der Bun­des­liga.