Seite 3: Elegant und saucool

Angeb­lich kos­tete ihn sein Mund­werk die Teil­nahme an der WM 1978. Ob der berühmte Dialog zwi­schen ihm und Bun­des­trainer Helmut Schön – Burgsmüller, bleiben Sie auf dem Tep­pich!“ – Ich dachte, wir spielen auf Rasen?“ – wirk­lich so statt­ge­funden hat, ist nicht belegt. Manche meinen auch, dass Schön den viert­besten Tor­schützen der Bun­des­liga nicht mit nach Argen­ti­nien nahm, weil Manni die Kritik von Amnesty Inter­na­tional am Aus­tra­gungsort ins­ge­heim zu teilen schien.

Fünf Tore gegen Bie­le­feld 

Wie auch immer, für die Fans war das bloß ein Grund, noch lauter Manni für Deutsch­land“ zu rufen. Oder das berühmte Hey, Manni, Manni“ anzu­stimmen – ein Gesang, der mir noch dreißig Jahre später so im Ohr klang, dass ich wie besessen recher­chierte, um den obskuren Schlager von Michael Holm zu finden, auf dem er basierte.

Tja, und dann stand dieser Held meiner Kind­heit und Jugend plötz­lich vor mir und meinem Huhn Süß-Sauer. Bevor er zur Geschäfts­füh­rung ent­schwand, musste ich ihn etwas fragen, das mich seit Jahren beschäf­tigte. Es ging um das legen­däre 11:1 gegen Arminia Bie­le­feld im November 1982. Manni hatte bereits fünf Tore erzielt, als Borussia in der 86. Minute einen Elf­meter bekam. Burgsmüller, der Kapitän, wies Lothar Huber an, den Straf­stoß aus­zu­führen, der zum letzten Tor des Tages führte.

Selt­same Frage 

Warum,“ fragte ich Burgsmüller, haben Sie nicht selbst geschossen? Nur ein ein­ziger Spieler, Dieter Müller, hat jemals sechs Tore in einem Bun­des­li­ga­spiel gemacht. Sie hätten Geschichte geschrieben!“

Manni blickte mich an, als wäre das eine sehr selt­same Frage. Lothar war unser Mann für die Elf­meter“, sagte er, also habe ich ihn gerufen.“

Da fiel mir wieder ein, dass Burgsmüller nach dem Spiel sogar eine Ein­la­dung ins Aktu­elle Sport­studio“ des ZDF abge­sagt hatte, weil er lieber auf eine Fami­li­en­feier ging.

Es war ihm halt alles nicht so wichtig. Und außerdem hatte er ja für uns schon längst Geschichte geschrieben.