Burk­hardt is back!
Der Ama­teur­fuß­ball bringt nicht nur die besten Geschichten hervor, son­dern auch die schönsten Schlag­zeilen. Man kennt das Pro­blem. Die Nach­rich­ten­lage in länd­li­chen Regionen ist dünn, aber der Lokal­sport noch nicht voll. Bei den West­fä­li­schen Nach­richten ver­zich­tete man zurecht darauf, ein­fach das Bild ein biss­chen größer zu machen, son­dern ver­mel­dete: Burk­hardt Burek ist wieder erreichbar.“

Was war pas­siert? Burek, Trainer der Bezirks­liga-Frauen aus Waren­dorf, steckte nach dem Oster­feuer sein Handy mit in die Wasch­ma­schine. Dar­aufhin war der Trainer zunächst nicht erreichbar. Eine Region hielt den Atem an. Zum Glück gab es die Erlö­sung: Burk­hardt Burek hat sich bereits ein neues Handy gekauft. Pro­blem: alle Num­mern auf seiner SIM-Karte sind weg. Hier zwei Schlag­zei­len­vor­schläge für die kom­menden Wochen: Weich­ge­spült! Nach­richten von Burk­hard Burak lassen letzten Biss ver­missen“ oder Cloud, Burk­hardt? Ein schlimmer Ver­dacht.“

Es wird nicht geme­ckert!“
Vor jedem Ama­teur­spiel ist man sich einig: der Schieds­richter wird respek­tiert, geme­ckert wird nicht. Bringt ja nichts und ohnehin kon­zen­triert man sich besser auf seine eigene Leis­tung. Spä­tes­tens mit dem Anpfiff sind diese frommen Vor­sätze natür­lich weg. Oft braucht es nur eine Szene, die aus einem ent­spannten Kick einen Hexen­kessel für den Schieds­richter machen.

Beim Spiel TuS Has­bergen gegen FC Hude III in der Del­men­horster Kreis­klasse sah Schieds­richter Felix Kratz bis zur 68. Minute eine aus­ge­gli­chene Partie, doch dann gab er nach einem strit­tigen Foul Straf­stoß. Das brachte zwei Spieler des FC Hude zur Weiß­glut, wor­aufhin sich beide mit Gelb-Rot wegen Meckerns ver­ab­schie­deten und eine dop­pelte Unter­zahl bedeu­tete. Nach einem wei­teren Foul­spiel gab es wieder ein Wort­ge­fecht. Die Kon­se­quenz: Gelb-Rot für Has­bergen und Gelb-Rot für Hude. Der End­stand nach Toren: 4:1, nach Platz­ver­weisen 1:3. Wieder nur ein frommer Wunsch: Jungs, heute wird nicht geme­ckert!“

Ich gehe davon aus, dass sie uns pro­blemlos weg­flexen.“
Um Ama­teur­coach zu werden, muss man zwei Dinge mit­bringen: einen grund­sätz­li­chen Pes­si­mismus, denn man will auf keinen Fall diese unsäg­liche Favo­ri­ten­rolle, und eine bild­liche Sprache, damit es auch jeder ver­steht. Uwe Neun­singer, Coach der TSV Burg­farrn­bach, bringt beides mit. Vor dem Spiel gegen den SV Pop­pen­reuth sagte er wohl kal­ku­lie­rend gegen­über nord​bayern​.de: Ich gehe davon aus, dass sie uns pro­blemlos weg­flexen.“

Am Ende gewann Burg­farrn­bach über­ra­schend mit 1:0. So wird es gemacht. Kein Wunder, dass man erst kürz­lich den Kon­trakt mit Uwe Neun­singer um ein Jahr ver­län­gerte.

Vom Wet­ter­gott habe ich leider keine E‑Mail-Adresse.“
Einen der schwersten Jobs dieser Tage hat sicher­lich Jürgen Ste­bani, der Vor­sit­zende des Spiel­aus­schusses des Nord­deut­schen Fuß­ball­ver­bandes. Durch den lang­an­hal­tenden Winter waren diverse Spiele aus­ge­fallen, eine der­ar­tige Situa­tion habe Ste­bani in 40 Jahren noch nie erlebt.“ Umso erschro­ckener reagierte er auf die Nach­richt, dass jetzt auch noch beim Regio­nal­liga-Duell Braun­schweig II gegen Lübeck das Flut­licht aus­fiel. Zum Glück konnte nach einer halben Stunde wei­ter­ge­spielt werden. Ste­bani hofft auf eine Aus­nahme und sagt gegen­über trans​fer​markt​.de weise: Vom Wet­ter­gott habe ich leider keine E‑Mail-Adresse.“

Die Elf­me­ter­killer von Berg­hausen
Sport­lich im Nach­teil, psy­cho­lo­gisch im Vor­teil. Über Tor­hüter beim Elf­meter gibt es wis­sen­schaft­liche Abhand­lungen. Letzt­lich kann man froh sein, wenn der eigene Keeper ab und an mal einen hält. In Berg­hausen haben sie zwei abso­lute Elf­me­ter­killer zwi­schen den Pfosten. Stamm­keeper Oliver Waza­kowski und Stell­ver­treter Tobias Leh­nert haben zusammen die letzten sieben Elf­meter gegen ihren Klub SSV Berg­hausen gehalten. Was für eine Serie! In dieser Saison haben sie eine Quote von acht von neun gege­benen Elf­me­tern.

Stamm­tor­wart Oliver Waza­kowski gibt im Inter­view mit fuss​ball​.de aber zu: Meine Mit­spieler fangen schon an Sprüche zu machen und sagen, dass sie die Gegen­spieler jetzt ein­fach immer über die Klinge springen lassen, wenn sie auf dem Weg zum Tor sind.“ Er und sein Kol­lege bekommen also auch in Zukunft reich­lich zu tun.