Seite 3: Dezember: Das große Peter-Karussell

Dezember

Auf­reger des Monats: Das Peter-Karus­sell
Das Peter Bosz irgend­wann würde gehen müssen, war spä­tes­tens mit dem quasi ver­lo­renen Derby gewiss. Dass er aller­dings ersetzt werden würde von Peter Stöger, der grade erst in Köln ent­lassen worden war, über­raschte das Land dann doch. Zumal mit Peter Neururer ein eben­falls hoch­qua­li­fi­zierter Peter frei gewesen wäre. Doch Dort­mund ent­schied sich für Stöger, der so inner­halb einer Woche den steilsten Kar­rier­boost erfuhr, seit Daniel Küb­lböck (der eigent­lich Daniel Dominik Kaiser-Küb­lböck heißt) mit You Drive Me Crazy“ auf Platz 1 der thai­län­di­schen Charts schoss. Was Daniel Küb­lböck jetzt macht, wissen wir nicht. Was Peter Stöger macht, dagegen schon. Er lacht sich, wie seit vier Wochen jeden Tag, auch heute wieder ins Fäust­chen.

Spieler des Monats: Mario Gomez
Mit der Nach­richt hatte keiner gerechnet: Mario Gomez kehrt nach Stutt­gart zurück! Doch kurz vor Weih­nachten tru­delten tat­säch­lich diverse Push-Mel­dungen ein, die eben das behaup­teten. Und die also ver­kün­deten, dass der Mit­tel­stürmer nach acht Jahren wieder dahin wech­selt, wo alles anfing. Wo er zum gefürch­teten Tor­jäger reifte und sich ins Schau­fenster bal­lerte. Von wo aus er auszog in die Welt, nach Mün­chen und Flo­renz, Istanbul und, nun ja, Wolfs­burg. Um end­lich anzu­kommen in einer Stadt, die ihn – hof­fent­lich – spä­tes­tens nach den ersten Toren nicht nur akzep­tieren, son­dern auch zu Füßen liegen wird, die ihn lieben wird, so wie er es schon in anderen Städten ver­dient gehabt hätte. Toi, Toi, Toi. 

Video des Monats: Heiko Herr­lich im Pokal
Es gibt Momente, die einen Men­schen auf ewig in einem anderen Licht erscheinen lassen. Wenn bei­spiels­weise der Klas­sen­ka­merad, den man ob der unge­wa­schenen Haare immer etwas komisch fand, im Ernst­fall als Erster und Ein­ziger reagiert, und die eigene, wegen eines tücki­schen Wes­pen­stichs zuge­schwol­lene, Luft­röhre mit einem gezielten Kugel­schrei­ber­hieb frei­legt. Oder wenn ein Trainer wie Heiko Herr­lich sich zu einer Aktion wie der im Spiel gegen Glad­bach hin­reißen lässt. Und danach auf ewig der Trainer sein wird, der uns an Nor­bert Meier erin­nert.

Spiel des Monats: Köln-Frei­burg 3:4
Wer das Revier­derby ver­passt hatte, bekam noch eine zweite Chance auf ver­rückten Bun­des­li­ga­fuß­ball: das Spiel zwi­schen Köln und Frei­burg. In dem es für die Kölner um nicht weniger ging als um den letzten Stroh­halm und in dem die Mann­schaft, mit zwei gelernten Außen­ver­tei­di­gern im Sturm, los­legte wie die Feu­er­wehr. Um nach einer halben Stunde mit 3:0 vorne zu liegen. Was die zusam­men­ge­wür­felte Truppe offen­sicht­lich der­maßen ver­wirrte, dass sie in der Folge umher­irrte wie eine Grund­schul­klasse beim Hal­len­ho­ckey. Was wie­derum Nils Petersen auf den Plan rief, den Frei­burger Tor­jäger, der plötz­lich auch wieder in Spielen traf, in denen er von Anfang an auf dem Platz stand. Und der im Kölner Schnee­treiben Tor um Tor schoss, zwei davon in den Minuten 89 und 91, bis seine Mann­schaft tat­säch­lich führte, drei Punkte mit­nahm und die Kölner in die tiefste Depres­sion seit Februar 2009 führte, als Podolski ob Ter­min­pro­blemen seine Teil­nahme am Kar­ne­vals­umzug absagen musste. Bitter.