Zwei Aus­wärts­siege in Folge und die offenbar anstei­gende Form stimmten die Bochumer opti­mis­tisch, nicht auch im dritten Auf­ein­an­der­treffen mit Schalke 04 chan­cenlos zu sein. Zumal Felix Magath seine Mann­schaft umbauen musste. Chris­toph Moritz ersetzte Peer Kluge, auch Vicente San­chez schenkte Magath sein Ver­trauen, wäh­rend Heiko Herr­lich die erfolg­reiche Elf von Mön­chen­glad­bach aufbot.



»Wir wollen natür­lich auch einmal unseren Fans zu Hause eine Leis­tung bieten, wie wir sie aus­wärts zeigen«, hatte Herr­lich gesagt, und Kapitän Marcel Malt­ritz hatte davon gespro­chen, dass jetzt jeder wisse, was zu tun ist und alle »nach hinten arbeiten«.

Ohne Glanz und Gloria

Doch die Wahr­heit liegt bekannt­lich auf dem Platz. Und dort zeich­nete sich bereits früh ab, dass die Schalker, auch ohne Glanz und Gloria, erneut nicht zu bezwingen sein würden, weil die Bochumer sich selbst ein Bein stellten. Bochum ver­teilte Geschenke Bereits früh, in der fünften Minute, brachte sich der VfL in eine unan­ge­nehme Situa­tion. Moritz und Farfan spielten mit Milos Maric und Chris­tian Fuchs auf der rechten Katz und Maus, in der Mitte schal­tete San­chez schneller als die Bochumer Innen­ver­tei­di­gung und Tor­hüter Philipp Heer­wagen, schon war es geschehen.

Den Gästen gelang es anschlie­ßend nahezu mühelos, ihren Straf­raum abzu­rie­geln, zu schwach waren die Bochumer auf den Flü­geln besetzt, wo Roman Pro­koph und Zlatko Dedic viele tech­ni­sche Mängel offen­barten. Mit Still­stand wären die Offen­siv­be­mü­hungen der Haus­herren wohl am besten umschrieben. Auf der Gegen­seite ergaben sich aller­dings immer wieder brenz­lige Situa­tionen. So als Malt­ritz der Ball im Duell mit Kevin Kuranyi an die Hand sprang, Schieds­richter Stark aber wei­ter­spielen ließ. Eine wei­teres Geschenk des VfL ließ nicht lange auf sich warten. Mergim Mavraj verlor gegen Moritz den Ball und war­tete dann ver­geb­lich auf den Pfiff des Unpar­tei­ischen, erneut Farfan brachte das Spiel­gerät in die Mitte, wo Matias Concha einen Schritt zu spät kam, um Kuranyis zehnten Sai­son­treffer zu ver­hin­dern.

Ange­sichts der defen­siven Stärke der Gel­sen­kir­chener bestand zu diesem Zeit­punkt auf Seiten der Bochumer kaum noch Hoff­nung auf den dritten Erfolg in Serie. Den beiden Tref­fern hatten die Gast­geber ledig­lich Pro­kophs Pfos­ten­schuss aus spitzem Winkel ent­gegen zu setzen. Schalke ver­spielt in letzter Sekunde Tabel­len­füh­rung Heiko Herr­lich reagierte und brachte zur zweiten Halb­zeit Slawo Freier und Mimoun Azaouagh für Dedic und Pro­koph.

Es wurde nun etwas leb­hafter in der Bochumer Offen­siver, aber nicht ertrag­rei­cher. Viel­mehr hatte Kuranyi nach einer knappen Stunde sogar das 3:0 auf dem Fuß, nachdem Mavraj sich einen Fehl­tritt geleistet hatte, der an Edus legen­däres Luft­loch im Spiel gegen Stan­dard Lüt­tich erin­nerte. Der Bra­si­lianer gehörte übri­gens diesmal nicht zur Startelf der Schalker. Weil der über­raschte Kuranyi in dieser Situa­tion an VfL-Tor­hüter Heer­wagen schei­terte, blieb es beim 0:2.

Und dann wurde es sogar noch einmal span­nend. Gerade erst hatte Manuel Neuer ein Eigentor von Bordon ver­hin­dert, da war er schließ­lich doch geschlagen. Nach einer Ecke von Milos Maric traf der ein­ge­wech­selte Vahid Has­h­emian zum 1:2, plötz­lich war die vorher so ver­misste Der­by­stim­mung da, die, zumin­dest auf Seite der Bochumer, in Jubel mün­dete. Mit der letzten Aktion des Spiels köpfte Sta­nislav Sestak, von Has­h­emian bedient, zu 2:2 ein. Der Bann war gebro­chen, diesmal ver­ließen die Schalker nicht als Sieger den Platz.