Seite 2: „Unsere Welt ekelt mich an!“

27. April 2011
Unsere Welt ekelt mich an“, sprach José Mour­inho nach der 0:2‑Niederlage im Cham­pions-League-Halb­final-Hin­spiel gegen den FC Bar­ce­lona und meinte den deut­schen Schieds­richter Wolf­gang Stark. Wenn ich sagen würde, was ich über den Schieds­richter denke“, so Mour­inho weiter, wäre meine Kar­riere sofort vorbei.“ Und erging sich dann in herr­li­chen Ver­schwö­rungs­theo­rien: Heute wurde bewiesen, dass man (gegen Bar­ce­lona) keine Chance hat. Und ich frage mich: Warum? Ich weiß nicht, ob das alles so ist, weil (Barca) Wer­bung für Unicef macht oder weil wir nicht nett genug sind. Aber Fakt ist, dass Bar­ce­lona eine Sache hat, die nur schwer zu erlangen ist: Macht.“

17. August 2011
Es ist ja auch zum Mäuse melken. Da hat man Fuß­baller im Wert von vielen Mil­lionen Euro auf dem Platz stehen und bekommt trotzdem regel­mäßig gegen vom FC Bar­ce­lona auf die Mütze. Kein Wunder, dass Mour­inho in den letzten Minuten des bereits ver­lo­renen Supercup-End­spiels die Siche­rungen durch­brannten. Wäh­rend sich Spieler, Assis­tenz­trainer und Ordner nach einem hef­tigen Foul von Reals Mar­celo an Cesc Fabregas zu einer spek­ta­ku­lären Mas­sen­kei­lerei ver­sam­melten, schlich sich Mour­inho von hinten an Barcas Co-Trainer Tito Vil­a­nova an, und drückte ihm seinen Finger ins Auge. Das Sport­ge­richt blieb milde und ver­don­nerte den Por­tu­giesen zu 600 Euro Geld­strafe plus ein Spiel Sperre. Im Supercup.

5. Oktober 2011
Don´t fuck with Mou! Pedro Leon, ein ehe­ma­liger spa­ni­scher U‑21-Natio­nal­spieler, war Reals Ver­eins­füh­rung 2010 stolze zehn Mil­lionen Euro Ablöse wert, kam unter Mour­inho aller­dings nur zu einer Hand­voll Kurz­ein­sätzen. Zwar begeis­terte Leon in einem dieser Spiele das Madrider Publikum mit furiosen Sturm­läufen, doch der Mit­tel­feld­spieler hatte dabei einen schweren Fehler begangen: Er hatte sich nicht an die von seinem Trainer vor­ge­ge­benen Lauf­wege gehalten. Die Folge: Leon wurde nicht mehr beachtet, schlimmer noch, gar übel gemobbt, wie er Anfang Oktober 2011 einem Radio­sender erzählte: Ich fragte ihn, wann ich denn mal wieder mit einem Ein­satz rechnen könne. Mour­inho sagte: Du wür­dest im nächsten Spiel nicht mal dann spielen, wenn das Flug­zeug von Real Madrid abstürzen würde und du zu Hause säßest.‘“ PS: Pedro Leon spielt inzwi­schen beim FC Getafe.

Mitte Oktober 2011
Partys mit The Spe­cial One“ können so viel Spaß machen wie Kaf­fee­kränz­chen mit Tante Helga: Im Herbst 2011 bat die spa­ni­sche Sport­zei­tung Marca“ zur großen Gala, mit viel Trara wurde zu später Stunde auch José Mour­inho auf die Bühne gebeten, um die Ehren als Trainer der Saison 2010/11“ ent­gegen zu nehmen. Sicht­lich gelang­weilt schlurfte Mou“ zum Podium, ließ vor lauter Des­in­ter­esse fast die hüb­sche Tro­phäe fallen und maulte dann: Dieser Preis inter­es­siert mich nicht. Es ist viel wich­tiger für mich, dass wir ges­tern drei Punkte geholt haben.“

25. Januar 2012
Es gibt diverse Arten, als Fuß­ball­trainer dem Schieds­richter die Mei­nung zu geigen. Man kann sich laut­hals bei den Medien beschweren, den vierten Offi­zi­ellen so lange voll labern, bis der einen auf die Tri­büne schickt – oder man macht es wie José Mor­ur­inho nach dem 2:2 im Rück­spiel des Copa del Rey“, des spa­ni­schen Pokal­wett­be­werbs. Frisch gegen Erz­feind Bar­ce­lona aus­ge­schieden, war­tete Reals Trainer ein­fach vor dem Wagen des Unpar­tei­ischen, nur um den ver­dutzten Fer­nando Tei­xeira dann wüst zu belei­digen. Zitat: Du bist mir ja ein schöner Künstler! Jetzt gehst du eine Zigarre paffen und lachst dir einen. Oder, du Schuft?“

14. April 2012
Beim Heim­spiel gegen Spor­ting Gijon stürmte Mour­inho plötz­lich in Rich­tung geg­ne­ri­sche Trai­ner­bank und zet­telte bei­nahe eine Mas­sen­hauerei an, einer der Ersatz­spieler Gijons behaup­tete anschlie­ßend, Reals Trainer habe ihm gar eine ver­passt. Schöner Ver­gleich der Süd­deut­schen Zei­tung“: Fehler? Am Samstag war wieder einer zu begut­achten, als die Partie gegen Gijon nicht unter Kon­trolle war und er das Sta­dion anzün­dete wie ein Pyro­mane.“