Er hat es getan. Dr. Theo Zwan­ziger, der viel­leicht beste DFB-Prä­si­dent seit Ger­hard Meyer-Vor­felder, hat seinen Rück­tritt bekannt gegeben. Im Oktober 2012 will der sym­pa­thi­sche Alten­diezer aus dem Amt als DFB-Ober­guru scheiden. Für die zahl­rei­chen Zwan­ziger-Fans ein Schock. Was soll nun aus Fuß­ball-Deutsch­land werden ohne den Mann mit den baum­stamm­di­cken Ver­bin­dungen nach Zürich? Den großen Freund des Frau­en­fuß­balls? Den Visionär? Den Mann aus dem Volke? Den GOTT? 11FREUNDE hat ver­sucht, den Ball flach zu halten, den Mund abzu­putzen und wei­ter­zu­ma­chen, cool zu bleiben, nicht durch­zu­drehen und zeigt hier, exklusiv, die hei­ßesten Kan­di­daten für eine Zwan­ziger-Nach­folge. Men­schen, die uns wei­ter­helfen können, die uns führen können, raus aus dem Tal der Tränen, das sich spä­tes­tens im Oktober 2012 ganz sicher­lich auftun wird. Men­schen wie Dr. Zwan­ziger!



Ger­hard Schröder

Hat das Format („Man kann es so oder so machen. Ich bin für so.“), die rich­tige Ein­stel­lung („Hol´ mir mal ne Fla­sche Bier, sonst streik ich hier.“), ver­fügt über das not­wen­dige diplo­ma­ti­sche Geschick („Wir führen keinen Krieg, aber wir sind auf­ge­rufen, eine fried­liche Lösung im Kosovo auch mit mili­tä­ri­schen Mit­teln durch­zu­setzen.“) und den fuß­ballaf­finen Back­ground (siehe: Acker“). Kennt Gott und die Welt und viele rei­chen Männer aus Russ­land, die die nächste deut­sche WM-Bewer­bung gegen ein paar unbe­deu­tende poli­ti­sche Zuge­ständ­nisse sicher­lich mög­lich machen können. Kann gut mit sym­pa­thi­schen Wirt­schafts­kri­mi­nellen, wäre des­halb sicher­lich auch gerne in Zürich gesehen. Vor­schlag für eine zünf­tige Wahl­wer­bung: Ger­hard Schröder, ein Mann, ein Ver­band!

Sport-Goofy

Der sym­pa­thi­sche Alles­könner Sport-Goofy (Spe­zia­lität: alles) bestä­tigt auf Anfrage von 11FREUNDE: Ahijk! Eine inter­es­sante Posi­tion, eine ver­ant­wor­tungs­volle Stel­len­aus­schrei­bung. Ja, Ahijk, erste Gespräche zwi­schen mir und Dr. Zwan­ziger, Ahijk, haben bereits statt­ge­funden.“

Mit Sport-Goofy bekommt der deut­sche Fuß­ball end­lich die Auto­ri­täts­person, die er ver­dient hat: Ziel­strebig, immer eine Nasen­länge voraus, gepaart mit einem Schuss anste­ckender Fröh­lich­keit. Schluss mit bier­ernsten Pres­se­kon­fe­renzen aus der Schneise, ver­stei­nerten Mienen weiß­haa­riger Rentner – Sport-Goofy lacht selbst die kom­pli­zier­testen Rosen­kriege zwi­schen den Schieds­rich­tern und Bestechungs­vor­würfe weg, ein Son­nen­schein, der den Schatten aus der DFB-Zen­trale ver­treiben wird. Pro Sport-Goofy! Pro Lebens­freude! Pro Ahijk!

Roland Koch

Fuß­ball und Politik gehören zusammen. Klar. Keine EM- oder WM-Bewer­bung ohne die tat­kräf­tige Unter­stüt­zung des halben Bun­des­ka­bi­netts, kein Wahl­kampf ohne Sta­di­on­be­such und keine Task­Force zum Thema Fuß­ball­ge­walt“ ohne den Innen­mi­nister. Nur kon­se­quent erscheint daher die Beset­zung des DFB-Chef­ses­sesls mit einem wasch­echten Poli­tiker. Einer wie Ger­hard Meyer-Vor­felder! Einer wie Franz-Josef Strauß! Einer, der dazu noch am Leben ist, bzw. zur Ver­fü­gung stehen würde. Ein strammer Kon­ser­va­tiver, der jah­re­lange Par­la­ments- und Minis­te­ri­al­erfah­rung auf­zu­weisen hat. Ein Mann wie: Roland Koch!

Der umtrie­bige Ex-Minis­ter­prä­si­dent aus Hessen, der seit Jahren nach einer neuen Auf­gabe sucht. Ver­bin­dungen in die Wirt­schaft bringt er ebenso mit wie Busen­freund­schaften zu den wich­tigsten Ent­schei­dern der Politik (von Angela Merkel mal abge­sehen). Das Anfor­de­rungs­profil des DFB erfüllt Koch locker: Das Aus­sitzen von Pro­blemen, unnö­tige Ehrungen für enga­gierte Bürger, Small­talk mit dubiosen Geschäfts­part­nern – kann er alles. Und ganz wichtig: Fuß­ball­sach­ver­stand hat er auch noch. Eine gewagte Drei­er­wette beim Fuß­ball­toto, die neben zwei Favo­ri­ten­siegen auch den Tri­umph der Offen­ba­cher Kickers im Pokal­spiel gegen den 1. FC Köln vor­hersah, bescherte ihm einst bei einem Ein­satz von 50 Euro einen Rein­ge­winn von 283,50 Euro. Wenn das nicht sagen­haft ist, was dann?

Das Sams

Wiki­pedia sagt: Die Ernäh­rung des Sams ist viel­fältig. Es frisst von Stuhl­beinen über Fens­ter­griffe bis zu Stoff eigent­lich alles, aber am liebsten nimmt es Würst­chen mit Senf und ohne Brot zu sich. Das Sams liebt es zu reimen. Außerdem ver­fasst es gerne Lieder, die aller­dings bei Herrn Taschen­bier selten auf große Gegen­liebe stoßen. Es ist frech und nimmt vieles wört­lich. Es kann Kinder gut ver­stehen.“ Klingt so, als ob das Sams wenigs­tens einen Plan hätte. Womit es für den Posten als DFB-Prä­si­dent eigent­lich schon über­qua­li­fi­ziert ist.

Vor­teil: Kann nahezu jeden Wunsch erfüllen (Sepp Blatter ablösen und vor Gericht bringen, die WM von Katar nach Eng­land ver­legen, Fuß­ball-Funk­tio­nären Cool­ness ver­leihen, die DFB-Kohle end­lich mal sinn­voll ein­setzen, den Bier­preis in deut­schen Sta­dion auf maximal zwei Euro begrenzen, einen Runden Tisch“ auch wirk­lich rund machen). Nach­teil: Wün­sche sind nach der ersten Amts­pe­riode auf­ge­braucht, kehrt aus Prinzip nur an Spiel­tagen zurück.

Hape Ker­ke­ling

Zur Erin­ne­rung: Wir dis­ku­tieren über die Nach­folge eines Mannes, der eine Ära der Unter­hal­tungs­ge­schichte geprägt hat. Klar, dass ein Mann wie er nicht fehlen darf: Hape Ker­ke­ling. Schließ­lich geht es um das Erbe von einem der größten Mode­ra­toren unserer Zeit und um die schönste Bespa­ßung für alt und jung: das Amt des DFB-Prä­si­denten!

Ker­ke­ling scheint prä­de­sti­niert für die Auf­gabe, ver­diente er sich doch schon als Trainer des Grazer AK seine Meriten. Zudem bringt er all das mit, was man für dieses Amt braucht: Show­ta­lent, Humor und Impro­vi­sa­ti­ons­kunst. Auf Nach­frage von 11FREUNDE ent­geg­nete das Manage­ment von Ker­ke­ling am Montag: Herr Ker­ke­ling steht für kein State­ment zur Ver­fü­gung.“ Bezeich­nend. Was wie eine Absage klingt, deuten Kenner der Szene als ein­deu­tiges Signal: Ker­ke­ling ver­han­delt bereits mit dem DFB! Als Saal­wette will er die FIFA von der Kor­rup­tion befreien, Steffi Jones soll die Michelle Hun­ziger an seiner Seite mimen. Sollten die Ver­hand­lungen trotzdem noch sto­cken, greift Plan B.

Plan B: Engelke, Lanz, Schö­ne­berger, Pilawa, Kerner, Jauch. Der DFB hat bereits eine ganze Schub­lade voll mit Alter­na­tiven. Denn wer bei Wetten, dass…“ absagt, einem bil­ligen Abklatsch der seit Jahr­zehnten beliebten Spiel-und Rate­show auf DFB-Pres­se­kon­fe­renzen, der kann dem Job als DFB-Präsi nicht wirk­lich abge­neigt sein. 

Mög­lich auch, dass sich die Genannten im wöchent­li­chen Rhythmus abwech­seln oder gar das Modell einer Dop­pel­spitze: Engelke und Jauch. Denn mit der Dop­pel­spitze hat man beim DFB beste Erfah­rungen, siehe Ger­hard Mayer-Vor­felder und Theo Zwan­ziger. Mayer-Vor­felder lobte aus­drück­lich die Zusam­men­ar­beit, könnte sie aber auch scharf kri­ti­siert haben – Sprach­for­scher ent­schlüs­seln gerade noch sämt­liche Inter­views.

Bernd Strom­berg

Klar, das Amt des DFB-Prä­si­denten ist Chef­sache. Denn schließ­lich ist der DFB wie Gulasch. Die einen sagen: Is mir zu scharf“, die anderen: Bah.“ Ja und wie­derum andere essen über­haupt kein Fleisch.

Strom­berg hat Füh­rungs­qua­li­täten und kann auch gut mit Men­schen, aber auch mit Frauen, wie er selbst sagt. Die Ver­träge werden gerade auf­ge­setzt, die Unter­schrift scheint nur noch reine Form­sache. Strom­berg will seinen eigenen Betreu­er­stab mit­bringen: Ernie als Gene­ral­se­kretär und Schirm­chen als Sekre­tärin. Für uns der abso­lute Favorit! Lurchi! Lurchi!