Hans-Peter Briegel, wo erwi­schen wir Sie gerade?

Hans-Peter Briegel: Ich bin gerade mit dem Auto unter­wegs, um mich in Kai­sers­lau­tern um meine Häuser zu küm­mern. Ich wohne ja noch immer in Ger­mers­heim in der Süd­pfalz. Ansonsten betreue ich gemeinsam mit meiner Frau ein Cha­rity-Pro­jekt, mit dem wir Geld für Men­schen sam­meln, die in Mexiko auf Müll­halden leben müssen.



An diesem Wochen­ende trifft der 1. FC Kai­sers­lau­tern auf Bayern Mün­chen. Im April 1976 gaben Sie gegen die Bayern Ihr Bun­des­liga-Debüt. Was hat Ihnen Trainer Erich Rib­beck mit auf den Weg gegeben?

Hans-Peter Briegel: Ich kann mich nicht mehr genau an seine Worte erin­nern, das ist ja schon fast 35 Jahre her. Aber ich weiß noch, dass ich ins Spiel kam, als wir 1:3 zurück lagen. Damals war ich noch Stürmer und Erich Rib­beck hat mich nach vorne geschickt, damit ich da ein biss­chen Wirbel mache. Und Wirbel haben wir ja dann auch gemacht und das Spiel tat­säch­lich noch gedreht.

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Sie sind danach immer wieder in ent­schei­denden Spielen auf die Bayern getroffen. Was haben Sie aus diesen Duellen beson­ders in Erin­ne­rung behalten?


Hans-Peter Briegel: Es ist bei mir noch hängen geblieben, dass wir in den Acht­zi­gern gegen die Bayern zu Hause kein Spiel ver­loren haben. Legendär war doch Paul Breitner, der damals gesagt hat, die Bayern sollten ein­fach nicht mehr nach Kai­sers­lau­tern fahren, son­dern die Punkte gleich per Post schi­cken. Diese Spiele waren ein­fach immer etwas ganz Beson­ders. Vor allem, weil ich meist gegen Kalle Rum­me­nigge gespielt habe. Das waren tolle Duelle. Ich habe, zumin­dest auf dem Bet­zen­berg, immer gerne gegen ihn gespielt. In Mün­chen hat er öfter getroffen.

Das Hin­spiel in dieser Saison war eines dieser beson­deren Spiele. Glauben Sie auch an eine Über­ra­schung in Mün­chen?


Hans-Peter Briegel: In Mün­chen ist alles mög­lich. Die Abwehr ist nicht gefes­tigt. Und auch wenn Lakic fehlt, traue ich Kai­sers­lau­tern zu, dort etwas zu holen.

Sie haben vor einiger Zeit gefor­dert, dass min­des­tens fünf Spieler aus der Region im Kader des FCK stehen sollten. Können Sie sich als gebür­tiger Pfälzer mit der aktu­ellen Mann­schaft iden­ti­fi­zieren?

Hans-Peter Briegel: Das ist heute nicht mehr so ent­schei­dend. Ich habe das auch erst lernen müssen. Die Leute in Kai­sers­lau­tern wollen Fuß­ball sehen. Wer dann am Ende spielt, ist dabei egal. Haupt­sache, es ist Bun­des­liga.