Hanno Behrens übers Arbeiten im Mittelfeld

»Spielsysteme sind nicht nur Zahlen«

Wie gibt ein Kapitän Kommandos auf dem Platz? Nürnbergs Hanno Behrens erzählt, worauf es als Mittelfeldspieler auf dem Platz wirklich ankommt.

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4-4-2, 4-2-3-1, 3-5-2? Das sind nicht nur Zahlen, die durcheinandergewirbelt werden, denn das System hat einen direkten Effekt auf mein Spiel. In der vergangenen Saison haben wir beispielsweise oft im 4-1-4-1 gespielt, weil dieses System perfekt zu unseren Spielertypen passt. Auch meine Qualitäten kamen dadurch gut zur Geltung. Ich spiele am liebsten als einer von zwei Achtern. So kann ich, gerade wenn wir über die Außen kommen, mit Tempo in die Spitze vorstoßen und mich in vielversprechende Abschlusssituationen bringen. In den vergangenen Jahren habe ich einen ganz guten Riecher entwickelt, wo die Bälle landen könnten, wodurch ich viel torgefährlicher geworden bin. Die 14 Tore letztes Jahr waren kein Zufall. Wenn wir dagegen mit einer Fünferkette spielen, habe ich keinen reinen Sechser mehr an der Seite, der hinter mir absichert und das Zentrum hält. Ich muss verstärkt ein Auge auf die Defensive richten und habe nicht so viele Freiheiten für meine Vorstöße.

Kommunikation

Als Kapitän versuche ich, viel zu sprechen und Kommandos zu geben. Spiele ich den Stürmer flach an, rufe ich »Hintermann« oder »Zeit«, damit er weiß, wie die Situation in seinem Rücken ist. Genauso wichtig sind für mich im Spiel Kommandos von hinten, aus der Innenverteidigung. Die Jungs dort haben den ganzen Platz vor sich, sie sehen also mehr als ich. Gleichzeitig muss man allerdings bedenken: In den Stadien ist es verdammt laut. Da kann ich zwar versuchen, meinem Stürmer ein Kommando zu geben, aber wenn er 40 Meter von mir entfernt steht, wird ihm das nicht helfen. Ich erwarte, dass sich diese Situationen in der Bundesliga häufen werden, weil die Stadion noch voller und größer sind als in der zweiten Liga.