Seite 2: Ähnlich wie die Arbeit mit der Mannschaft

Wir machen ganz ähn­liche Dinge wie in der Arbeit mit einer Mann­schaft“, sagt Hannes Wolf. Denn jede Woche ent­wi­ckeln die Trai­ner­stäbe in der Bun­des­liga Ideen, wie sie dem nächsten Gegner bei­kommen. Ihr Publikum sind dabei natür­lich keine Fern­seh­zu­schauer, son­dern die Spieler, aber das Prinzip ist das gleiche. Rea­lis­tisch wird Match­plan“ auch dadurch, dass Wolf und seine Kol­legen sich stun­den­lang durch Spiel­vi­deos arbeiten, um einen Plan zu ent­wi­ckeln und die dafür rele­vanten Szenen zu zeigen. Natür­lich würde ein wich­tiger Teil fehlen, die Ein­drücke vom Trai­ning oder die Gespräche mit den Spie­lern, meint Wolf. Aber wir zeigen Gedan­ken­wege, wie man spielen lassen könnte.“

Man gibt viel von sich Preis“

Dass all das so nah an der Praxis ist, ist der große Trumpf der Sen­dung. Und viel­leicht ist das mit dem Mut des­halb auch nicht ganz falsch. Man gibt sehr viel von sich Preis“, sagt Wolf. Bei Match­plan“ zeigt sich näm­lich, wie unter­schied­lich die Trainer auf das Spiel schauen und wie sie dar­über spre­chen. Eher intuitiv wirkt das bei Leh­mann oder Herzog, stärker sys­te­ma­tisch bei Wolf oder Zorninger. Den Zuschauern mag das eine oder das andere besser gefallen, wer sich aber für das inter­es­siert, was auf dem Platz pas­siert, ist in der Sen­dung bes­tens auf­ge­hoben. Und ange­sichts des ufer­losen Geredes über Fuß­balls nicht zuletzt bei Sky ist das ein – nun ja – fast schon mutiger Kon­tra­punkt.

Eine große Befürch­tung von Henkel vor Beginn der Sen­dung war, dass die Trainer vor der Kamera als Schlau­meier dastehen würden, die ihren Kol­legen vom warmen Fern­seh­studio aus erklären würden, wie man es besser macht. Doch diese Sorge scheint bereits aus­ge­räumt. Das Feed­back ist über­ra­gend“, sagt Henkel. Wie lange es bei Match­plan“ noch wei­ter­gehen wird, ist offen. Nach ins­ge­samt acht Folgen bis Weih­nachten soll über die Zukunft der Sen­dung ent­schieden werden. Viel­leicht muss dann auch das im Inno­va­ti­ons­wett­lauf gegen­über moder­neren Wett­be­wer­bern wie DAZN deut­lich zurück­ge­fal­lene Sky den Mut für mehr finden.