Seite 2: Ziemliche Verzweiflung

Wind­horst ver­kün­dete im Rahmen der Kauf-Bekannt­gabe dann auch, dass er die Hertha lang­fristig als Big City Club“ sehe, auf einer Stufe mit Madrid, Paris und Turin. Zudem sei der Fuß­ball noch immer ein Wachs­tums­markt, die TV-Gelder stiegen beständig weiter, ebenso wie die Spiel­tags­ein­nahmen.

Kri­tiker warnen nun, Wind­horst sei zwar ein begna­deter Geld­ein­treiber, aber nie­mand, der damit han­tieren könne. Nach der­zei­tigem Stand wird das aber auch nicht geschehen. Das ope­ra­tive Geschäft ver­bleibt bei den bisher han­delnden Per­sonen um die Geschäfts­führer Michael Preetz und Ingo Schiller.

Ziem­liche Ver­zweif­lung

Viel arg­wöh­ni­scher sollte man darauf schauen, von wel­chen Summen hier die Rede ist. Hertha beab­sich­tige, so will es der Tages­spiegel“ erfahren haben, 80 Pro­zent der Ein­nahmen in Spieler zu inves­tieren. Und das, um mit­tel­fristig in Reich­weite inter­na­tio­naler Plätze zu kommen“, wie Michael Preetz ver­kün­dete. Was über­setzt bedeutet: Irgendwas um Platz 6 – 8.

Dafür die Hälfte seiner Anteile ver­äu­ßert zu haben, klingt aller­dings nach keiner sou­ve­ränen, stra­te­gi­schen Hand­lung, son­dern nach ziem­li­cher Ver­zweif­lung. Zumal der Handel einer Bekannt­schaft im Ber­liner Stadt­leben“ zu ver­danken sei.

Und vor allem wenn man bedenkt, dass das Gros der Hertha-Fans mit der jüngsten Aus­rich­tung und dem pro­kla­mierten Image des Klubs („We try. We fail. We win.“) so seine Pro­bleme hat. Ein Investor, der kaum Geld und gestal­te­ri­sche Mög­lich­keiten, dafür aber einmal mehr ein schlechtes Image ein­bringt, mag am Ende rein nume­risch zum größten Finanz-Deal der Bun­des­li­ga­ge­schichte taugen. Aber nicht dazu, opti­mis­tisch in die blau-weiße Zukunft zu bli­cken.