Seite 2: Die Pull-Faktoren: Stabilität und Geld

Glad­bach hat Max Eberl, der Sta­bi­lität und Rücken­de­ckung bietet“, räumt auch Reng ein. Wäh­rend in Hessen auf der Füh­rungs­ebene ein Macht­va­kuum droht, warten auf Adi Hütter am Nie­der­rhein klare Arbeits­be­din­gungen: Kürz­lich hat Max Eberl seinen Ver­trag dort bis 2026 ver­län­gert, auch wenn Reng pro­phe­zeit, dass er den Verein mög­li­cher­weise eben­falls vor­zeitig ver­lassen könnte. In den ver­gan­genen Jahren hat Eberl eine sta­bile Mann­schaft auf­ge­baut, die sich regel­mäßig für inter­na­tio­nale Wett­be­werbe qua­li­fi­ziert. Bei der Ein­tracht gelten diese Erfolge immer noch als Aus­nahmen.

Zumal Geld im modernen Fuß­ball eine immer wich­ti­gere Rolle spielt. Ob Hütter selbst in Glad­bach tat­säch­lich mehr ver­dienen wird als in Frank­furt, bleibt noch offen. Aller­dings ver­fügen die Fohlen über ein höheres Budget als die Adler: Zahlen von trans​fer​markt​.de zeigen, dass der Gesamt­wert des Kaders der Borussen 323,45 Mil­lionen Euro umfasst, der der Ein­tracht kommt auf 228 Mil­lionen Euro. Auch beim Per­so­nal­auf­wand haben die Glad­ba­cher offenbar mehr zur Ver­fü­gung, wie Daten von Sta­tista zeigen: Dem­nach ver­dient ein Glad­bach-Spieler durch­schnitt­lich 1,92 Mio. US-Dollar im Jahr, ein Frank­furt-Profi 1,54 Mio. Sprich: Die Rhein­länder können sich teu­rere und dem­entspre­chend auch bes­sere Spieler leisten als die Hessen.

Was hätte Hütter mit Frank­furt noch errei­chen können?

Vor diesem Hin­ter­grund ist der Erfolg, Ein­tracht Frank­furt in die Cham­pions League zu führen, fast so etwas wie eine Meis­ter­schaft. Denn der Verein ist und bleibt dazu gezwungen, seine besten Spieler wie Luka Jović, Ante Rebić und Sébas­tien Haller zu ver­kaufen. Glad­bach hin­gegen, scheint eher in der Lage zu sein, Leis­tungs- und Hoff­nungs­träger zu binden. Erst kürz­lich ver­län­gerte mit Nico Elvedi ein Spieler seinen Ver­trag, um den es zuvor mona­te­lang Trans­fer­ge­rüchten gegeben hatte.

Zudem wird sich Hütter sehr wahr­schein­lich die Frage gestellt haben, was er mit Ein­tracht Frank­furt noch errei­chen kann. Die Qua­li­fi­ka­tion für die Cham­pions League noch zu toppen, erscheint uto­pisch. Dass er jetzt nichts von seinem Erfolg beim Klub ernten wird, mutet zwar kurios an. Doch mit all den Push- und Pull­fak­toren im Kopf erscheint der Wechsel plötz­lich nach­voll­ziehbar. Letzt­end­lich ist es aber natür­lich so: Die eigent­liche Gründe für seine Ent­schei­dung kennt nur Hütter selbst. Viel­leicht gibt er sie ja irgend­wann noch preis.