Seite 2: „Diese Entwicklung habe ich ihm nicht zugetraut“

Gegen­über 11FREUNDE gestand Hübner, dass er einige Wochen brauchte, bis er die ein­zelnen Trai­nings­übungen unter Nagels­mann über­haupt so richtig begriffen hätte. Mitt­ler­weile hat er das. Und ist unver­zichtbar für die TSG Hof­fen­heim geworden. Zusammen mit Vogt und dem schei­denden Niklas Süle bildet Hübner die gewal­tige Drei­er­kette in Hof­fen­heim.

Eine Abwehr­for­ma­tion, die in diesem Jahr von zahl­rei­chen Mann­schaften aus­pro­biert wurde. Schalke, Wolfs­burg, Mön­chen­glad­bach ver­suchten es. Und ver­warfen es wieder. Nur in Hof­fen­heim geht das Kon­zept auf. Viel­leicht liegt es an der tak­ti­schen Intel­li­genz des Trai­ners. Viel­leicht am abwechs­lungs­rei­chen Trai­ning. Viel­leicht an den Spie­lern. Ver­mut­lich ist auch da ein Mix.

Extreme Stei­ge­rung

Er ist es gewohnt, aggressiv und hoch zu ver­tei­digen, was sehr gut zu unserer Spiel­idee passt“, hatte Alex­ander Rosen, Direktor des Pro­fi­fuß­balls in Hof­fen­heim, bei der Ver­pflich­tung des Spie­lers gesagt. Und: Er ist äußerst kopf­ball­stark und eröffnet uns als Linksfuß im Spiel­aufbau außerdem mehr Mög­lich­keiten.“

Tat­säch­lich legt kaum eine andere Mann­schaft in der Bun­des­liga so viel Wert auf die Spiel­eröff­nung aus der Abwehr heraus wie die TSG Hof­fen­heim, deren Ver­tei­diger zugleich aber auch schnell und prä­zise den Ball nach vorne spielen sollen. Fähig­keiten, die zu Beginn nicht zum Stan­dard-Reper­toire des Ben­jamin Hüb­ners gehörten. Aber er hat sich – mal wieder – extrem gestei­gert.

Ein Platz wird frei

Ich habe ihm zuge­traut, dass er eine bes­sere Rolle spielt als zu Beginn, aber diese Ent­wick­lung habe ich ihm nicht zuge­traut“, gestand auch Trainer Nagels­mann ein. Seit dem sechsten Spieltag ist Hübner zwei­fellos Stamm­spieler in seinem System. Weil er sich im Pass­spiel und im Spiel­ver­ständnis wesent­lich ver­bes­sert hat. Und mit seiner Zwei­kampf­stärke, seinem Timing gegen den Ball und seiner Luft­ho­heit die ein­zige funk­tio­nie­rende Drei­er­kette der Bun­des­liga zusam­men­hält.

Julian Nagels­mann fasst zusammen: Er ist ein außer­ge­wöhn­lich guter Ver­tei­diger, spielt aggressiv und haut auch mal dazwi­schen.“ Außer­ge­wöhn­liche Ver­tei­diger dürfte die TSG Hof­fen­heim in der kom­menden Saison sowieso suchen, wenn Abwehr­chef Niklas Süle zum FC Bayern geht. Und Hof­fen­heim mit Hübner nach Europa greift.