Seite 3: „Gegen diese Leute haben wir außerhalb des Stadions keine Handhabe“

Als Legida-Mit­gründer Silvio Rösler, einst Fan von Chemie Leipzig, im Vor­jahr die Sport­freunde von Loko­mo­tive Leipzig“ öffent­lich zur Schutz­truppe der heim­keh­renden Demons­tranten gegen Antifa-Angriffe erklärte, war es den Klub-Ver­ant­wort­li­chen dann doch zu viel: Sie erstat­teten Anzeige wegen ver­eins­schä­di­genden Ver­hal­tens und spra­chen ein Haus­verbot aus. Wir haben alles getan, was mög­lich war“, zeigt sich Prä­si­dent Jens Kes­seler ange­sichts der neu­er­li­chen Nega­tiv­schlag­zeilen genervt. Aber wie soll ein Fuß­ball­verein solche Taten wie in Con­ne­witz ver­hin­dern?“

Offenbar ein Racheakt

Angriffe auf geg­ne­ri­sche Fan-Grup­pie­rungen oder ‑stütz­punkte sind in der ver­fein­deten Leip­ziger Fuß­ball­land­schaft nichts Unge­wöhn­li­ches. Bei den Hoo­ligan-Aus­schrei­tungen vom Montag ging es jedoch um mehr als den Hass auf den anti­ras­sis­ti­schen Roten Stern, dessen Anhänger schon 2009 in der säch­si­schen Klein­stadt Brandis von Neo­nazis brutal atta­ckiert worden waren. Der neu­er­liche Angriff galt offenbar der linken Szene Leip­zigs als Ganzes, in ihrer eigenen Hoch­burg. Womög­lich waren die Ran­dale Teil einer Rache­ak­tion: Erst vor wenigen Wochen war ein lokales NPD-Mit­glied von Linken blutig geschlagen worden.

Wie geht es nun weiter? Beim 1. FC Lok haben sie die böse Vor­ah­nung, dass es nur eine Frage der Zeit sein könnte bis neue Nega­tiv­schlag­zeilen drohen. Gute Lok­sche, böse Lok­sche“ – das wäre ein pas­sender Titel für die Ver­eins-Chronik der letzten Jahre. In der Prä­si­di­ums­sit­zung am Montag gab es viele betre­tene Mienen, als man von den Gewalt­taten in Con­ne­witz erfuhr. Gegen diese Leute“, betont Prä­si­dent Jens Kes­seler, haben wir außer­halb des Sta­dions, abge­sehen von nach­träg­li­chen Haus­ver­boten, ein­fach keine Hand­habe.“