Seite 3: Pech und rote Konstanz

Por­tion Pech

Hinzu kommt eine gewisse Por­tion Pech“. Das bezieht sich zum Bei­spiel auf einige zwei­fel­hafte Ent­schei­dungen des Video Assis­tent Refe­rees, etwa als das ver­meint­liche Siegtor gegen Tot­tenham wegen eines angeb­li­chen Offen­siv­fouls aberkannt wurde. Der Klub hat laut Tele­graph mitt­ler­weile sogar schrift­lich Bedenken bezüg­lich des tech­ni­schen Hilfs­mittel geäu­ßert. Das Pech klebt aber auch Sergio Agüero und seinen Offen­siv­kol­legen regel­recht an den Füßen, wie sonst der Ball bei einer herr­li­chen Pass­sta­fette in der geg­ne­ri­schen Hälfte. Ganze elf Mal traf Man­chester City bisher die Latte oder den Pfosten, sechs Mal mehr als jedes andere Team der Liga. 

Rote Kon­stanz

All diese Pro­bleme führen dazu, dass die ver­gan­genen Monate für Pep Guar­diola den schlech­testen Sai­son­start seiner Trai­ner­kar­riere bedeuten. Nie zuvor konnte eine seiner Mann­schaften nach zwölf Spiel­tagen in einer euro­päi­schen Top­liga weniger Punkten vorweisen.Doch diese Tat­sache dürfte nicht die ein­zige sein, die ihm Kopf­zer­bre­chen bedeutet. Denn mit dem FC Liver­pool steht ihm nun bereits das zweite Jahr in Folge ein unglaub­lich kon­stanter und vor allem effi­zi­enter Kon­kur­rent gegen­über, der ein­fach nicht patzen will. Die her­aus­ra­gende Ver­tei­di­gung um Abwehr­gi­gant Virgil Van Dijk lässt die wenigsten Gele­gen­heiten der Liga zu und hält die Mann­schaft somit stets im Spiel. Vorne werden die Chancen nicht nur kon­se­quent genutzt, son­dern vor allem in den ent­schei­denden Momenten. Ob über die atta­ckie­renden Duracell­häs­chen auf den Außen­ver­tei­di­ger­po­si­tionen, nach geschickt aus­ge­tüf­telten Stan­dards oder durch die Genie­streiche eines Mohamed Salah oder Sadio Mané – im Gegen­satz zu Man­City erzielen die Reds die Tore, die sie brau­chen, um zu gewinnen, egal wann und wie. Sechs Punkte hat der FC Liver­pool schon durch Tore nach der 85. Minute geholt – die meisten der Liga – und soagr bereits drei Spiele gewonnen, die sie gemäß xG eigent­lich hätten ver­lieren müssen. 

Schwer zu schlu­cken

Eines dieser Spiele war an jenem Sonntag, als die rote Welle der Effi­zienz auch über Man­chester City schwappte und Pep Guar­diola all das gna­denlos zum Vor­schein spülte, was in dieser Saison so schief läuft. Er hatte Pech, dass es nach fünf Minuten keinen Hand­elf­meter für sein Team gab, die nächste suspekte Ent­schei­dung. Er musste mit ansehen, wie seine geschwächte Abwehr­kette im Gegenzug und bereits aus den ersten zwei Schüssen der Reds zwei Tore kas­sierte, aus ledig­lich 0,18 xG. Er ver­folgte ein Spiel, in dem seine Mann­schaft bereits zum zwölften Mal in dieser Saison mehr Ball­be­sitz, mehr Pässe im Angriffs­drittel und mehr expected Goals als der Gegner vor­zu­weisen hatte. Am Ende aber blieben der nächste Pfos­ten­treffer, nur ein Tor und die dritte Nie­der­lage. Das 3:1 war ein Ergebnis, das sich die Mann­schaft von Jürgen Klopp mit der guten alten Voll­gas­ver­an­stal­tung“ und einer Menge Kalt­schnäu­zig­keit ver­diente.

Es war aber aber auch ein Ergebnis, das auf­grund der Ent­ste­hung für Pep Guar­diola nur schwer zu schlu­cken war, so wie die mitt­ler­weile neun Punkte Rück­stand auf den FC Liver­pool. Womög­lich war es all das, das dem Trainer in der stillen Minute vor der Pres­se­kon­fe­renz so durch den Kopf ging.