Seite 2: Defensive Probleme und fehlende Effizienz

Defen­sive Pro­bleme

Diese Kom­bi­na­tion sollte bereits im nächsten Spiel gegen Nor­wich City die Chance erhalten, Laporte ver­gessen zu machen. Das Gegen­teil trat ein. Der schlak­sige Eng­länder und der argen­ti­ni­sche Bruder Leichtfuß erwiesen sich als Schwach­stelle. Das Duo ließ jeg­liche Abstim­mung ver­missen, konnte die Ver­tei­di­gungs­linie nicht halten und lud den Auf­steiger durch Leicht­sinns­fehler sowie Defi­ziten im Auf­bau­spiel, der Para­de­dis­zi­plin des ver­letzten Laporte, zu ins­ge­samt drei Gegen­toren ein. Man­chester City verlor mit 2:3, es war die erste Sai­son­nie­der­lage. Auch als Fer­nandinho, der mit seinen 34 Jahren eher im Stile einer Alters­zeit spo­ra­disch im Mit­tel­feld zum Ein­satz kommen sollte, für den ange­schla­genen Stones in die Innen­ver­tei­di­gung rückte, wurde es nicht besser. Nur zwei Wochen später wurde Man­City zuhause gegen Wol­ver­hampton eis­kalt aus­ge­kon­tert und verlor mit 0:2. Die Defen­siv­leis­tung der Guar­diola-Elf trug durch den Abgang der Kon­stante Kom­pany, den Aus­fall Laportes sowie die Anpas­sungs­schwie­rig­keiten des neuen Sechsers Rodri erheb­li­chen Schaden davon. Ließ Man­chester City in der ver­gan­genen Saison nur 0,61 Gegen­tore pro Spiel zu, sind es in dieser Spiel­zeit nach zwölf Spiel­tagen 1,08. 

Feh­lende Effi­zienz 

Doch obwohl die defen­siven Umstände Pep Guar­diolas Sor­gen­falten sicher­lich ver­grö­ßerten, hatte er seine Mann­schaft offensiv eigent­lich soweit ein­ge­stellt, um das kom­pen­sieren zu können. Kevin De Bruyne, der der wohl krea­tivste Rot­schopf seit Pippi Lang­strumpf, diri­giert einen Angriff, der Unmengen an Chancen kre­iert: So kommen er und seine Mann­schafts­kol­legen auf ganze 3,13 expected Goals (xG) pro Partie. Auf­grund der erspielten Tor­chancen müsste City also in jedem Spiel min­des­tens drei Tore erzielen. Das ist der höchste Wert, seit Guar­diola Mün­chen für Man­chester ver­ließ und ein ganzes expected Goal pro Spiel mehr als der zweit­plat­zierte in dieser Kate­gorie vor­zu­weisen hat, der FC Liver­pool (2,03 xG). Doch obwohl es die 35 Tore (Liga­höchst­wert) nicht ver­muten lassen, man­gelt es den City­zens 2019/2020 erheb­lich an Effi­zienz. Als ein­ziges Team der Top-Four schießen sie weniger Tore als sie sta­tis­tisch müssten (ins­ge­samt 2,58 weniger als der xG-Wert). Wir spre­chen immer über die Defen­sive, aber es ist auch vorne (…). Du kannst nicht die Tore her­geben, wie wir es diese Saison getan haben“, erkannte Guar­diola auf einer Pres­se­kon­fe­renz Ende Oktober. Gegen Tot­tenham erzielte Man­City trotz unfass­baren 30:3 Schüssen und 3,20 xG nur zwei Treffer, wäh­rend die Spurs aus quasi Nichts, näm­lich 0,07 xG, nach Toren gleich­zogen. Auch die Nie­der­lagen gegen Nor­wich (nach xG 2,34 zu 1,74) und Wol­ver­hampton (1,62 zu 1,19 xG) hätten bei ent­spre­chender Effi­zienz Siege sein können, ja müssen.