Seite 2: „Mit den Spielern Konsole zu zocken, würde zu weit gehen“

Wie ist der Umgang mit Spie­lern, die älter als Sie selber sind? Respek­tieren diese vor­be­haltslos Ihre Auto­rität?
Anfangs gab es ein gegen­sei­tiges Abtasten. Die älteren Spieler hatten in Ihrer Lauf­bahn schon den ein- oder anderen Trainer und wollten aus­testen, ob ich über­haupt Ahnung von Fuß­ball habe. Ich denke, ich konnte Sie durch meine indi­vi­du­ellen Rat­schläge und fach­li­chen Sach­ver­stand über­zeugen.

Wie treten Sie den Spie­lern gegen­über auf?
Respekt­voll, aber bestim­mend. Wichtig ist, dass ich mir nichts darauf ein­bilde, so jung Bun­des­liga-Trainer zu sein und meine Auf­gabe ohne Arro­ganz erfülle. Ich habe die Weis­heit nicht mit Löf­feln gefressen, aber ein biss­chen Fuß­ball­kom­pe­tenz habe ich schon. Das akzep­tieren auch die älteren Spieler.

Es scheint, dass junge Trainer ohne große Fuß­ball­kar­riere der­zeit schwer im Trend liegen. Um nur einige zu nennen: Jürgen Klopp, Chris­tian Streich und Thomas Tuchel. Haben Sie eine Erklä­rung dafür?
Es gibt ver­schie­dene Gründe, die für junge Trainer spre­chen: Die Jugend von heute spricht eine andere Sprache und wächst mit sozialen Netz­werken auf – die Gesell­schaft ins­ge­samt hat sich sehr ver­än­dert. Viel­leicht fällt es jün­geren Trai­nern leichter, mit jungen Spie­lern umzu­gehen.

Inwie­fern stehen Sie den Spie­lern näher als ein älterer Kol­lege. Spielen Sie viel­leicht sogar mal eine Runde Fuß­ball auf der Kon­sole mit den Jungs?
(Lacht.) Unab­hängig vom Alter gehört es zu den Auf­gaben eines Co-Trai­ners, nah an der Mann­schaft zu sein, aber abends mit den Spie­lern Kon­sole zu zocken, würde zu weit gehen. Ich muss auf­passen, dass es nicht zu eng wird. Die Bezie­hung muss pro­fes­sio­nell bleiben.

Haben Sie ein per­sön­li­ches Trai­ner­vor­bild?
Pep Guar­diola ist auf­grund seiner Per­sön­lich­keit und der Spiel­weise des FC Bar­ce­lona in jeder Hin­sicht ein Vor­bild. Aber auch die Trai­nings­ar­beit von Thomas Tuchel war für mich sehr prä­gend. Den­noch sind es natür­lich noch Welten, die mich von meinen Vor­bil­dern und anderen Bun­des­li­ga­trai­nern trennen.

Dafür haben Sie ja auch noch ein biss­chen Zeit.
(Lacht.)
Das hoffe ich.