Seite 2: RB Leipzig steigt nicht auf!

Thomas Schaaf, Armin Veh, Huub Ste­vens – die Zeit der alten Trai­ner­ge­nera­tion ist vorbei
Da hilft das gewis­sen­haf­teste Medi­zin­ball-Zir­kel­trai­ning nichts, da kann die Bal­lon­seide noch so schön knis­tern und der Pau­sentee ver­füh­re­risch duften – bis Sai­son­ende müssen gleich drei alt­ge­diente Trainer ihren Platz räumen. Mit Thomas Schaaf, Armin Veh und Huub Ste­vens setzen der­zeit noch drei Abstiegs­kan­di­daten auf Erfah­rung, dum­mer­weise sind die jungen Lap­top­trainer den alten Recken tak­tisch um einiges voraus. Nach­ein­ander müssen Veh, Ste­vens und Schaaf ihren Hut nehmen. Mehmet Scholl hat dar­aufhin Ange­bote von Frank­furt, Han­nover und Hof­fen­heim, kann aber leider nicht zusagen. Er bekommt seinen Laptop nicht an, um die E‑Mails zu beant­worten.

RB Leipzig steigt nicht auf!
Auch die Last-Minute-Trans­fers von Julian Brandt (18 Mil­lionen), Marc Sten­dera (16 Mil­lionen), Felix Pass­lack (13 Mil­lionen) und Pierre-Michel Lasogga (Lebens­langer Red-Bull-Supply) können nichts daran ändern, dass unsere guten Freunde von der Leip­ziger Ener­gy­drink-Außen­stelle in der Rück­runde in ernst­hafte Schwie­rig­keiten geraten und nach und nach von den Auf­stiegs­plätzen rut­schen. Zur all­ge­mein schlechten Stim­mung gesellen sich ernst­hafte finan­zi­elle Pro­bleme, als öffent­lich wird, dass Red Bull mit einer aus­ge­fuchsten Soft­ware bei den Abgas­werten der süß­lich duf­tenden Brause gemo­gelt hat. Für das Som­mer­trans­fer­fenster werden die Gelder also erst einmal ein­ge­froren, glück­li­cher­weise kann man auf ein reich bestücktes Nach­wuchs­leis­tungs­zen­trum zurück­greifen, dessen 50 Inter­nats­schüler frei­lich alle­samt Bun­des­li­ga­profis werden. Was, das sei alles Quatsch, sagt ihr? Kein ein­ziges ver­nünf­tiges Argu­ment, warum Leipzig den Auf­stieg noch ver­mas­seln sollte? Gut, hier bitte: Weil nicht sein kann, was nicht sein darf.

Zwei Tra­di­ti­ons­klubs steigen ab!
Freunde, die Apo­ka­lypse ist nah. Also zumin­dest in fuß­bal­le­ri­scher Hin­sicht. Vor kurzem mahnte Heri­bert Bruch­hagen, dass es für viele Tra­di­ti­ons­klubs immer schwerer würde, in einem Wett­be­werb mit­zu­halten, der schon lange keiner mehr ist. Und er hat Recht. Der deut­sche Fuß­ball befindet sich im Wandel, Tra­di­tion und Geschichte sind im Ver­drän­gungs­wett­be­werb keine Pfände mehr, mit denen sich wuchern ließe. In Kai­sers­lau­tern oder Nürn­berg kann man ein Lied davon singen, und es ist nicht eben unwahr­schein­lich, dass nach der Saison auch der SV Werder Bremen, Han­nover 96, der VfB Stutt­gart oder Ein­tracht Frank­furt in den Kla­ge­ge­sang ein­stimmen. Und dann wäre da ja noch der HSV, der auf dem zehnten Platz auf seine Teil­nahme an der Rele­ga­tion lauert. Diese fünf Ver­eine ver­sam­meln gemeinsam 226 Jahre Bun­des­li­ga­zu­ge­hö­rig­keit, 18 Deut­sche Meis­ter­schaften und 204.275 Mit­glieder. Das hilft aber alles nichts, für zwei dieser Klubs geht es am Ende der Saison in die Zweit­klas­sig­keit.