Seite 4: Das Spiel meiner Träume

Ich schaue mit einem ver­klärten Blick auf Anstoss. Natür­lich hatte das Spiel seine Schwä­chen und war vor allem tech­nisch nicht aus­ge­reift: Erin­nert sei an die vielen Bugs, die das Spiel häufig abstürzen ließen. Sicher­lich schwingt bei meiner retro­spek­tiven Betrach­tung des Spiels diese ‚„Früher war alles besser“-Nostalgie mit, aber würde nicht jeder gerne nochmal zurück in seine Kind­heit reisen?

Imago0020353471h

Nicht nur die Hobby-Manager vor dem PC hatten Spaß, son­dern auch Reiner Cal­mund und Rudi Assauer.

imago images

Anstoss löste in mir eine vorher nicht gekannte Fas­zi­na­tion aus. Als kleiner Junge habe ich meine Mana­ger­kar­riere als Lebens­pro­jekt begriffen, habe mich meinem Verein und meinen Spie­lern gegen­über ver­ant­wort­lich gefühlt, habe so getan, als würde ich gerade eine Pres­se­kon­fe­renz abhalten und nachts sogar davon geträumt. Ich fühlte mich wie Rudi Assauer und Reiner Cal­mund. Nur ein paar Kilo leichter und ohne Zigarre in der Hand. Außen­ste­hende, die Anstoss nie gespielt haben, werden mich für ver­rückt erklären. Wenn sie aber ehr­lich sind, werden sie merken, dass auch sie in ihrer Kind­heit für etwas brannten, auf das Dritte ledig­lich mit einem Schul­ter­zu­cken oder einem Kopf­schüt­teln reagierten. Takes­hi’s Castle, ein Arsch­ge­weih, SSV Ulm. Sowas halt.

Für mich und alle anderen Fans der alten Anstoss-Spiele könnte ein Stück Kind­heit (oder Jugend) im kom­menden Jahr also wie­der­kehren. Ich hoffe es zumin­dest und lege jedem ein­ge­fleischten Hob­by­ma­nager ans Herz, der Neu­erschei­nung von Kalypso Media eine Chance zu geben. Oder um es mal mit dem Worten einer Anstoss-Halb­zeit­an­sprache aus­zu­drü­cken: Anstoss 2022 wird ein abso­luter Pflicht­kauf, ihr lauf­faulen Turn­beu­tel­träger!