Joao Felix
Nach stres­sigen, auf­rei­benden Arbeits­tagen sei jedem, der ein wenig Ent­span­nung sucht, ein You­tube-Clip von Joao Felix emp­fohlen. Die erst 19-Jäh­rige hän­gende Spitze Ben­ficas sieht mit seiner Zahn­spange und der hageren Teenie-Figur zwar eher aus wie ein B‑Jugendlicher, aber er hat eine solche Ruhe, Ele­ganz und Selbst­ver­ständ­lich­keit in seinem Spiel, dass man auf der Welt schon lange wird suchen müssen, um einen ähn­lich talen­tierten Offen­siv­spieler zu finden. Kein Wunder, dass halb Europa hinter dem Mann her ist. Man­chester City und Juventus Turin sollen bereit sein, die 120 Mil­lionen Euro schwere Aus­stiegs­klausel zu akti­vieren, auch der FC Bayern soll inter­es­siert sein, die spa­ni­schen Spit­zen­klubs sowieso.

Felix ist das her­aus­ra­gendste Talent eines halben Dut­zend her­aus­ra­gender Talente im aktu­ellen Kader Ben­ficas, das mit der Eröff­nung des Caixa Futebol Campus 2006 euro­pa­weit Maß­stäbe in der Jugend­ar­beit setzt. Felix wurde in der Jugend vom FC Porto wegen seiner schmäch­tigen Figur noch aus­sor­tiert, machte bei Befica aber anschlie­ßend einen Wachs­tums­schub und debü­tierte bereits mit 16 in der B‑Mannschaft in der Zweiten Liga. Aktuell pro­fi­tiert Felix stark vom neuen Trainer Bruno Lage, der zuvor die Reserve trai­nierte und Felix von der Links­au­ßen­po­si­tion in die Mitte holte, wo er all seine Stärken aus­spielen kann: Ein her­aus­ra­gendes Spiel­ver­ständnis, groß­ar­tige Technik und Pässe, die Uwe Bein die Tränen in die Augen treiben könnten. Hinzu kommt ein aus­ge­prägter Kil­ler­instinkt vor dem Tor sowie ein ordent­li­ches Kopf­ball­spiel. Ein Rundum-Sorglos-Paket also, wes­wegen man in Por­tugal nur die höchsten Ansprüche an Felix stellt: Nicht wenigen Experten gilt er als der neue Cris­tiano Ronaldo.

Jota
Wobei rein spie­le­risch eher Joao Felipe, genannt Jota, mit CR7 ver­gleichbar ist. Jota ist ein extrem schneller, trick­rei­cher Lik­saußen und das zweite große Starlet in der Offen­sive der Por­tu­giesen, aller­dings noch nicht so eta­bliert in Ben­ficas erster Mann­schaft. SeiT Februar gehört Jota dem Kader der ersten Mann­schaft an, für die er bis­lang fünf Spiele bestritt. Scoren konnte er noch nicht, den­noch ist man sich in Lis­sabon sicher: Jotas Zeit wird kommen.

Das liegt auch an seiner beein­dru­ckenden Vita in Jugend und Reserve. Der 19-Jäh­rige traf in 18 Zweit­li­ga­spielen vor seiner Beför­de­rung achtmal und legte acht Treffer auf. Außerdem gewann er im ver­gan­genen Sommer die U19-EM, deren Tor­schüt­zen­könig er wurde. Zwei Jahre zuvor gewann er bereits die U17-EM. Mit einem sol­chen Brief­kopf gehen andere Spieler in Rente, wenn sie Glück haben. Jota fängt gerade erst an. Und könnte bald schon in Deutsch­land auf­schlagen: Dem FC Bayern wird gestei­gertes Inter­esse nach­ge­sagt.

Haris Seferovic
Ben­ficas Haris Seferovic hat in 96 Spielen seine kan­tigen Kno­chen für die Ein­tracht hin­ge­halten, die SGE in der Rele­ga­tion 2016 zum Klas­sen­er­halt geschossen und wäh­rend seines Enga­ge­ments Teile der Fans einst stil­si­cher als Internet-Pim­mel­berger“ beti­telt – der Schweizer ist dem­entspre­chend alles andere als ein Unbe­kannter in Hessen. Neu aller­dings sind die Tor­jä­ger­qua­li­täten Sefero­vics, der in Frank­furt stets im Schatten Alex Meiers stand und auch in Lis­sabon eine Weile brauchte, um in Fahrt zu kommen. In der ver­gan­genen Saison reichte es gerade mal für unter­wäl­ti­gende vier Sai­son­tore, wes­wegen Seferovic ledig­lich als Stürmer Nummer vier in diese Spiel­zeit ging Seferovic. 

Aber der Fuß­ball und seine Geschichten: Diverse Veret­zungen des etat­mä­ßigen Stammstür­mers Jonas sowie zwei Trans­fer­flops im Angriff Ben­ficas später, ist Seferovic plötz­lich die unum­strit­tene Nummer eins im Sturm. Und nicht nur das: Seferovic knipst wie noch nie in seiner Kar­riere, mitt­ler­weile steht er bei 18 Sai­son­toren und steuert sou­verän auf die Tor­jä­ger­ka­none zu. Pro­fi­tiert hat der Schweizer bei seinem Auf­schwung vor allem am blinden Ver­ständnis mit Joao Felix, mit dem er auf Anhieb wun­derbar har­mo­nierte. Und so könnte es tat­säch­lich der Ex-Frank­furter werden, der seinen ehe­ma­ligen Mit­spie­lern die Party ver­saut. Der Fuß­ball und seine Geschichten eben.