Seite 2: Zidane-Trick gegen Franck Ribéry

Wobei Dahouds Vor­stel­lung gegen den FCB tat­säch­lich eine Klasse andeu­tete, die man einem Spieler nicht antrai­nieren kann. Dahoud ließ keinen gerin­geren als Franck Ribéry im eigenen Sech­zehner mit dem legen­dären Zidane-Trick ins Leere laufen, und lie­ferte sich im Mit­tel­feld Duelle mit Toni Kroos und Thiago Alcan­tara, bei denen man durchaus das Gefühl hatte, sie fänden auf Augen­höhe statt. Sein dama­liger Trainer Lucien Favre schwärmte im Anschluss: Er hat das gewisse Etwas. Mo spielt intel­li­gent und hat Über­sicht, er ist ein­fach gut. Er zeigt Sachen, oh la la…“

Doch meh­rere hart­nä­ckige Ver­let­zungen bremsten den Youngster aus, der Durch­bruch ver­zö­gerte sich. Bis jetzt, wie es scheint. Unter Schu­bert hat Dahoud sämt­liche Spiele von Beginn an bestritten, der glei­cher­maßen lauf­starke und krea­tive Dahoud ist in der Dop­pel­sechs mit Granit Xhaka der offen­si­vere Part, der dem Spiel nach vorne die ent­schei­denden Impulse ver­leiht, was er mit gleich meh­reren wun­der­schönen Pässen gegen die Ein­tracht unter Beweis stellte. Mo hat ein rie­siges Poten­tial. Wir ver­stehen uns gut. Ich hoffe für ihn, dass er so weiter macht“, lobte Xhaka nach dem Spiel seinen Neben­mann.

Ich habe meine Grenzen nicht erreicht“

Eine Hoff­nung, die wohl sämt­liche Glad­ba­cher teilen dürften, schließ­lich war es vor allem auch Schu­berts Schachzug, die Dop­pel­sechs kon­se­quent mit Dahoud und Xhaka zu besetzen, die den Glad­ba­chern, die unter Favre auf der so wich­tigen Posi­tion vor der Abwehr noch fleißig rotiert hatten, die nötige Sicher­heit ein­brachte, um sich aus dem Tabel­len­keller zu befreien. Ohne Schu­berts Ver­trauen in Dahoud, so viel lässt sich sagen, wäre die sen­sa­tio­nelle Glad­ba­cher Sie­ges­serie nicht ganz so sen­sa­tio­nell. Wenn es sie denn über­haupt gäbe.

Dahoud selber gibt sich in all dem Ram­pen­licht eher demütig. Was frei­lich nicht bedeutet, dass er nicht weiß, was er kann. Bereits im Früh­jahr, als sich Dahoud in der Vor­be­rei­tung ins Ram­pen­licht gespielt hatte, sagte er: Ich bin bereit. Ich kann noch besser werden. Ich habe meine Grenzen nicht erreicht.“ Wo diese Grenzen liegen, bleibt abzu­warten. Viel­leicht ja erst auf dem Trepp­chen der Welt­fuß­bal­ler­wahl.