Tuut. Tuut. Tuu…

Rezep­tion Watu­tinki: Deut­sches WM-Quar­tier Watu­tinki Recrea­tion Com­plex, Recep Züyon am Apparat. Wie kann ich Ihnen helfen?

Hoeneß: MIT WEM SPRECHE ICH?

Rezep­tion: Mit Recep Züyon, Rezep­tio­nist der DFB-Dele­ga­tion im Watu­tinki Recrea­tion Com­plex.

Hoeneß: Ein Osmane, was?

Rezep­tion: Meine Eltern stammen aus der Türkei, ich selber bin aber in Essen geboren und auf­ge­wachsen. Daher würde ich es begrüßen, wenn Sie mich nicht so despek­tier­lich Osmane“ nennen würden. Zumal ich mir diesen Job beim DFB hart erar­beitet habe.

Hoeneß: Wie bitte: Sie tele­fo­nieren doch seit Jahren einen Dreck zusammen!

Rezep­tion: Ähm. Was?

Hoeneß: Wann immer ich mit den Bayern in London anrufe, wir regeln das immer per R‑Gespräch. Über Ihre Lei­tung!

Rezep­tion: Das ergibt über­haupt keinen Sinn. Ent­schul­digen Sie, wie war Ihr Name?

Hoeneß: ÖZIL! Es geht um den Özil.

Rezep­tion: Herr Grindel, sind Sie es? Schon wieder? Die sport­liche Lei­tung hatte Ihnen doch aus­drück­lich ver­boten, hier anzu­rufen. Sie müssen wirk­lich auf­passen, das kann sonst richtig Ärger geben.

Hoeneß: Nix Grindel. Uli Hier. Würst­chen­baron. Weiß­bier-Con­nais­seur. Vor­sich­tiger Geschäfts­mann. Klingelt’s?

Rezep­tion: Ähm: Herr Hoeneß?

Hoeneß: Bingo. Uli hier.

Rezep­tion: Ah, ok. Jetzt ergibt alles Sinn.

Hoeneß: Was meinen Sie?

Rezep­tion: Schon bevor es klin­gelte, schim­merte der Hörer pur­purrot. Das habe ich nie zuvor erlebt.

Hoeneß: Keine Sorge. Wenn ich auf 180 bin, ist das normal. Und, mit Ver­laub, ICH BIN AUF 180!

Rezep­tion: Warum?

Hoeneß: Weil ich Sie warnen muss. Vor einem Offen­siv­spieler! Großes Unheil steht bevor!

Rezep­tion: Haben Sie etwa Angst, dass sich jemand ver­letzt? Keine Sorge: Der Reus ist fitter denn je.

Hoeneß: Gewitter? IN NEUSS?

Rezep­tion: Nein. Kein Gewitter. Aber vor was wollen Sie uns nun warnen.

Hoeneß: Haben Sie Stift und Zettel?

Rezep­tion: Natür­lich.

Hoeneß: Dann schreiben Sie auf: Kurzes Ö. Großes Z. Ähm. Ich glaube, noch ein großes Z. Kurzes I. Und ein L.

Rezep­tion: Özzil?

Hoeneß: Genau. Und den Zettel geben Sie jetzt dem Löw.

Rezep­tion: Wes­halb?

Hoeneß: Weil ich ihn warnen muss. Der Özil, der darf gegen die Koreaner nicht spielen.

Rezep­tion: Sollten Sie diese Ent­schei­dung nicht dem Trainer über­lassen?

Hoeneß: Sie meinen, so wie wir in Mün­chen die stra­te­gi­schen Ent­schei­dungen dem Sport­di­rektor über­lassen?

Rezep­tion: Ähm…

Hoeneß: Hahaha.

Rezep­tion: Hahaha. Der Brazzo. Wahn­sinn…

Hoeneß: Aber jetzt mal im Ernst. Özil, das ist einer von der ganz üblen Sorte.

Rezep­tion: Warum?

Hoeneß: Der singt nicht mal die Hymne mit!

Rezep­tion: Also haben Sie ein Pro­blem mit der Person Özil? Nicht mit dem Fuß­baller Özil?

Hoeneß: Nein. Ich warne aus­drück­lich vor dem Sportler Özil. Der ist mir seit der EM 2000 ein Dorn im Auge!

Rezep­tion: Da hat Özil doch gar nicht mit­ge­spielt!

Hoeneß: Eben. Unsichtbar. Teil­nahmslos. Ein Alibi-Kicker. Und dann wollt ihr für so eine Kirmes-Truppe auch noch 57 Euro Ein­tritt. In einem Freund­schafts­spiel! Kein Wunder, dass euch die Fans weg­rennen.

Rezep­tion: Ich bin mir sicher, der DFB wird sich über Finanz­tips von einem ver­ur­teilten Straf­täter sehr freuen!

Hoeneß: Was?

Rezep­tion: Das war Ironie.

Hoeneß: Tut mir leid, Kumpel. Ich spreche kein tür­kisch.

Rezep­tion: Herr Hoeneß. Das wird mir zu unsach­lich. Ich werde gleich den Hörer auf­legen. In fünf, vier, drei, zwei…

Hoeneß: Moment!

Rezep­tion: Ja?

Hoeneß: Können Sie den Jogi wenigs­tens fragen, ob er sich ab Oktober beruf­lich umori­en­tieren möchte?

Rezep­tion: Eins…

Hoeneß: Hallo? HALLO?