Wie bitte?
Der FC Kopen­hagen schließt für die Cham­pions-League-Partie gegen Fans mit aus­län­di­schen bzw. nicht däni­schen Namen„ aus. Warum? Der Verein fürchtet um die Sicher­heit der eigenen Fans. Wir werden alles dafür tun, um sicher­zu­stellen, dass Gäste-Fans nur Zugang zu unserem Aus­wärts­block bekommen. Das ist jedoch keine Dis­kri­mi­nie­rung“, sagte Geschäfts­führer Daniel Rom­me­dahl. Leid­tra­gende sind Kopen­hagen-Fans wie Musa Kekec, ein tür­kisch­stäm­miger Lokal­po­li­tiker, der für die Sozi­al­de­mo­kraten in Bal­lerup sitzt. Er will wegen des Vor­ge­hens eine Unter­schrif­ten­ak­tion orga­ni­sieren. Dem Ekstrab­ladet“ sagte er: Ich wurde wegen meines Namens beim Ticket­kauf abge­lehnt. Es kann nicht sein, dass eine Gruppe von Men­schen allein auf­grund ihrer Namen als Sicher­heits­ri­siko gilt und aus­ge­schlossen wird.“ Immerhin muss sich Ståle Sol­bakken, Trainer beim FC Kopen­hagen, keine Sorgen machen. Sein å“ verrät nicht, dass er aus Nor­wegen stammt – es gibt den Buch­staben auch in Däne­mark.

Wer bist denn du?
Gestatten, Aus­tria Wien. Öster­rei­chi­scher Meister und das erste Mal seit 1993 wieder in der Cham­pions League ver­treten. Damals besiegten die Öster­rei­cher Rosen­borg Trond­heim zwei dra­ma­ti­schen Erstun­den­spielen (1:3 im Hin- und 4:1 im Rück­spiel). In der zweiten Runde war aller­dings gegen Bar­ce­lona (0:3 und 1:2) Schluss. Die Gene­ral­probe vor dem Come­back am Mitt­woch ging voll in die Hose: Aus­tria verlor 2:3 gegen den SV Grödig. Gegner Porto erzielte indes den vierten Sieg im vierten Spiel (2:0 gegen Gil Vicente). Die Zei­chen stehen, nun ja, auf Dabei­sein ist alles“.
 
Die schon wieder?
Am ersten Spieltag finden eine ganze Reihe von Par­tien statt, die es in der Cham­pions-League schon einmal gegeben hat. Inter­es­sant ist zum Bei­spiel die Begeg­nung zwi­schen Celtic Glasgow und dem dem AC Mai­land. Celtic ist jeden­falls eine Art Angst­gegner der Ita­lie­nier. Legendär ist das Ach­tel­fi­nale 2007, als Milans Kaka im Rück­spiel erst in der Ver­län­ge­rung des Rück­spiels den ent­schei­denden Treffer zum Wei­ter­kommen schoss. Am Ende gewann Milan die Cham­pions League und revan­chierte sich im Finale gegen den FC Liver­pool für das ver­lo­rene End­spiel von 2005. Eben­falls alte Bekannte sind der RSC Ander­lecht und Ben­fica Lis­sabon. Im Lan­des­meister-Cup bzw. Cham­pions-League trafen die Teams bereits sechsmal auf ein­ander (drei Ben­fica-Siege, zwei Ander­lecht-Siege, ein Unent­schieden). Das wich­tigste Spiel gewannen aller­dings die Bel­gier: 1983 im Uefa-Cup-Finale. Ben­fica-Trainer damals: Sven-Göran Eriksson.

Ach, du hier?
Javier Saviola galt mal als einer der besten Stürmer der Welt. Er bril­lierte bei River Plate und beim FC Bar­ce­lona – und begann danach eine Odyssee durch Europa. Über Monaco, Sevilla, Madrid, Lis­sabon und Malaga lan­dete er zu Beginn dieser Saison in Piräus. Hier hat er immerhin zu alter Tor­ge­fahr wie­der­ge­funden (drei Tore in vier Spielen). Gegen Paris St. Ger­main stürmt er ver­mut­lich an der Seite von Kon­stan­tinos Mitro­glou, der fuß­bal­le­risch in Deutsch­land aus­ge­bildet wurde. Mitro­glou spielte für den MSV Duis­burg, TuS Preussen Vluyn und den SV Neu­kir­chen. Und wo wir schon bei Ver­bin­dungen nach Deutsch­land sind: In Olym­piakos’ Abwehr steht der in Aschaf­fen­burg gebo­rene José Holebas, der eine recht inter­es­sante Vita hat: Das Fuß­ball­spielen lernte er beim FC Klein­wall­stadt und dem FSV Teu­tonia Obernau lernte. Weil er als 17-Jäh­riger 2001 Vater wurde, been­dete er aller­dings seine Lauf­bahn wieder. Erst zwölf Monate später kehrte er in den aktiven Fuß­ball zurück. Über Kreis- und Lan­des­li­gisten kam er als 22-Jäh­riger in die Nach­wuchs­aka­demie von 1860 Mün­chen, obwohl er eigent­lich zu alt war. Seit 2010 steht er bei Olym­piakos unter Ver­trag und hat bis­lang 15 Län­der­spiele für Grie­chen­land bestritten (er ist Sohn eines Grie­chen und einer Deutsch-Uru­gu­ayerin).

Ach, du auch hier?
Ja, Steaua Buka­rest ist auch wieder hier. Und wie in der Cham­pions-League-Vor­runde 2011 geht es erneut gegen Schalke 04. Neu an der Sei­ten­linie ist Lau­rentiu Reg­he­campf, ehe­mals Spieler bei Ale­mannia Aachen und Energie Cottbus. Wer annahm, Reg­he­campf sei seit seinem Weg­gang aus Deutsch­land in Ver­sen­kung ver­schwunden, der irrte. Nach Been­di­gung seiner Pro­fi­zeit ver­suchte er sich als Poli­tiker und Fuß­ball­trainer. Er schloss sich zunächst einer natio­na­lis­ti­schen Partei an und heu­erte par­allel bei diversen Klubs an. Die meisten heißen wie Fana­tasy-Figuren, die man so ähn­lich schon mal auf Rol­len­spiel­abenden in jeder x‑beliebigen Stu­denten-WG gehört hat: Snagov, Con­cordia Chiajna oder Gloria Bis­trta. Über­ra­schend prä­sen­tierte ihn Steaua 2012 als neuen Chef. Doch die Zweifel seiner Kri­tiker ver­stummten schnell, denn Reg­he­campf machte ziem­lich viel richtig. Er gewann mit dem Team auf Anhieb die Meis­ter­schaft und den Supercup. Und auch die Gene­ral­probe vor dem Spiel gegen Schalke gelang: 5:0 gegen den AFC Sageata Navo­dari. Offenbar eine wei­tere Fan­tasy-Figur.
 
Das ist doch nicht euer Ernst, oder?
Scheinbar doch! 2011 noch über­raschte Vik­toria Pilsen mit einem 2:2 in der Vor­runde gegen den AC Mai­land, dieses mal über­ra­schen die Tsche­chen vor allem mit Ein­tritts­preisen. Nachdem die Aus­wärts­ti­ckets im kleinsten Cham­pions-League-Sta­dion – die Doosnan-Arena fasst nur 11.700 Zuschauer – inner­halb von wenigen Stunden ver­griffen waren, bietet Pilsen den eng­li­schen Fans von Gegner Man­chester City momentan Karten für den Block der Pilsen-Fans an. Der Haken: Sie kosten 86 Pfund, das sind etwa 102 Euro. Kaum vor­stellbar, dass die Fans der Blues da zugreifen werden, immerhin waren sie es, die vor einem Jahr gegen zu hohe Preise in der Pre­mier League pro­tes­tierten, weil der FC Arsenal 62 Pfund pro Karte ver­langt hatte. Wie wird es dieses Mal laufen? Die Web­site talk​sport​.com schlägt ein Alter­na­tiv­pro­gramm vor: Für 86 Pfund können Sie auch 43 Fla­schen Pil­sener Lager-Bier oder unge­fähr drei Minuten von Gareth Bales Zeit kaufen.“ Klingt nach einem guten Plan.
 
Apropos Gareth Bale bzw. Real bzw. Arsenal: Wie geht’s Mesut Özil?
Sehr gut. Am Wochen­ende gab er sein Debüt für den FC Arsenal, und obwohl er auf­grund einer Magen-Darm-Grippe nicht mit dem Team trai­niert hatte, glänzte er beim 3:1 gegen den FC Sun­der­land. Özil spielt gleich die Haupt­rolle“, schrieb etwa der Guar­dian“. Für seinen ersten Assist benö­tigte er gerade mal zehn Minuten. Der Deut­sche war an zwei von drei Toren betei­ligt und wurde nach 80 Minuten mit Stan­ding Ova­tions ver­ab­schiedet. Wenige Stunden später twit­terte er: I am so proud to be member of this team.“ Und um das Glück per­fekt zu machen, punk­tete auch seine Freundin Mandy Capristo, ein ehe­ma­liges Cas­ting-Stern­chen, das sich am Wochen­ende im knappen Outfit zeigte. Das Revol­ver­blatt Sun“ pro­phe­zeite: Mesut Ozil’s girl is Gunner be a star!“ Gegen Olym­pique Mar­seille wird Wenger den­noch auf Özil ver­trauen. Ver­mut­lich.