Liebes Som­mer­loch, die Politik liegt am Strand, die Bun­des­liga ver­steckt sich im Trai­nings­lager. Nur Sie haben alle Hände voll zu tun. Es scheint so, als ob momentan keiner so viel arbeitet wie Sie?
Das ist richtig. Gerade jetzt habe ich Hoch­saison. Wenn sonst nicht viel los ist, ist es meine Auf­gabe alte Kamellen aus­zu­graben, sie ein biss­chen auf­zu­po­lieren und unter die Leute zu bringen. Das erfor­dert sehr viel Fin­ger­spit­zen­ge­fühl und lang­jäh­riger Erfah­rung. Aber ich will mich nicht beschweren. Ich liebe meinen Job. 

Haben Sie denn keine Mit­ar­beiter, die Ihnen unter die Arme greifen?

Mit der Zeit habe ich zu diversen Leuten einen guten Draht auf­ge­baut. Zum Bei­spiel zu Lothar Mat­thäus. Er ist ein sehr zuver­läs­siger und viel­sei­tiger Kol­lege, spielt mir immer wieder neue Trai­ner­an­ge­bote aus Fan­ta­sie­orten zu, spek­ta­ku­läre Inter­views oder seine Lie­bes­ge­schichten. Er hat mir schon oft aus der Klemme geholfen. Wir sind ein ein­ge­spieltes Team.

Ihre Kon­kur­renz, die Saure-Gurken-Zeit, lassen Sie seit Jahren hinter sich. Wie kam der Erfolg zustande? 
Man muss hart arbeiten und ständig an sich glauben. Wäh­rend andere im Winter die Beine hoch­legen, stecke ich schon in den Vor­be­rei­tungen für den Sommer. Hier ein kleiner Skandal, da eine Affäre. Ein gutes Bei­spiel war einst die schlüpf­rige Geschichte um Franck Ribery. Alles lange vor­be­reitet. Ich sage immer: Gesät wird im Winter, geerntet wird im Sommer!“

Sie sind dafür ver­ant­wort­lich, dass wir ständig von Leuten lesen, die uns nicht inter­es­sieren und von Dingen hören, die voll­kommen unwichtig sind. Das gefällt nicht jedem. Hand aufs Herz: Wie gehen Sie mit Ihrem schlechten Image um?

Mir ist bewusst, dass ich nicht den besten Ruf genieße. Viele schimpfen über mich und kreiden mir Dinge an, hinter denen ich gar nicht stecke. Das ist schon manchmal frus­trie­rend. Doch ohne mich hätten Mil­lionen von Men­schen mor­gens nichts zu tun, Bau­ar­beiter würden wieder ver­stärkt Frauen hin­terher pfeifen und Taxi­fahrer würden sich am Ende noch mit sinn­vollen Dingen beschäf­tigen. Das muss man mir auch mal anrechnen. Aber es ist wie so oft: Alle meckern über die wenigen Fehler, die man macht. Man bekommt mit der Zeit ein dickes Fell.

Werfen wir einen Blick in die Ver­gan­gen­heit: Was waren ihre größten Erfolge in den letzten Jahren?
Ganz weit vorne war Samy das Kro­kodil. Wenn ich mich richtig erin­nere, war das im Sommer 1994. Dieser kleine Racker hielt die Repu­blik für meh­rere Wochen in Atem. Ähn­lich wie 2006 der Braunbär Bruno. Er schaffte es sogar in die Tages­themen“. Zu meinen abso­luten Favo­riten zählt jedoch das Format Big Bro­ther“. Kaputte Typen, fal­sche Brüste und C‑Promis. Da muss ich nicht mehr viel machen. Eine Welt­idee.

Stich­wort Zukunft: Können Sie uns noch eine sport­li­chen Aus­blick auf das geben, was diesen Sommer noch kommt?
Sie müssen ver­stehen, dass ich mir jetzt nicht in die Karten gucken lasse. Aber soviel sei gesagt: Ich habe noch einiges in der Pipe­line. Trai­ner­wechsel, spek­ta­ku­läre Trans­fer­ge­rüchte, kuriose Trai­nings­ein­heiten und natür­lich noch ein ganz dickes Ding. Warten Sie’s ab, ich bin noch lange nicht leer.