15. März 2015. Am letzten Spieltag der Saison stand es zwi­schen Cercle Brügge und dem KV Mechelen 2:0 für die abstiegs­be­drohten Brügger. Nur noch drei Minuten waren zu gehen, Cercle war nah dran den Klas­sen­er­halt gerade noch so schaffen. Doch dann pas­sierte es: Inner­halb von 180 Sekunden drehte Mechelen tat­säch­lich die Partie, fuhr mit einem 3:2‑Sieg nach Hause und sorgte für die Stunde Null in Brügge. Nach zwölf Jahren stand fest: Es ging in die Zweit­klas­sig­keit. Der direkte Wie­der­auf­stieg wurde klar ver­passt, finan­zi­elle Pro­bleme kamen hinzu und bedrohten die Exis­tenz des Ver­eins. Im zweiten Jahr drohte sogar der Fall in die dritte Liga. Bis sich Dmitri Jew­gen­je­witsch Rybo­lowlew meldet.

Der rus­si­sche Mul­ti­mil­li­ardär gehört nicht nur zu den 100 reichsten Per­sonen der Welt, er über­nahm 2011 auch 67 Pro­zent des ruhm­rei­chen, aber gerade in die zweite Liga abge­stie­genen AS Monaco. Unter seiner Herr­schaft fand Monaco zu alter Stärke zurück, inves­tierte kräftig in inter­na­tio­nale Top-Stars wie Falcao und fei­erte in der ver­gan­genen Saison die fran­zö­si­sche Meis­ter­schaft. Doch wohin mit den jungen Talenten, die nicht die Klasse eines Kylian Mbappés besitzen? Die zweite Mann­schaft Monacos spielt ledig­lich viert­klassig. Hier kommt Cercle Brügge ins Spiel.

Wir haben in fünf Län­dern son­diert und uns schließ­lich für Brügge ent­schieden. Ihr Pro­jekt erschien uns als das beste, nicht zuletzt auf­grund der Geschichte und der Phi­lo­so­phie des Ver­eins“. Diese Sätze sprach Filips Dhondt, seines Zei­chen General Manager von Monaco am 15. Februar 2017, dem Tag der Über­nahme. Einem Verein gehört ein anderer Verein und Brügges Prä­si­dent Frans Schotte klatschte verbal eifrig Bei­fall: Wir heißen Monaco mit großer Dank­bar­keit und viel Ver­trauen will­kommen.“
Über die finan­zi­ellen Umstände des Geschäfts wurde bran­chen­üb­lich Still­schweigen ver­ein­bart. For­scher wurden die sport­li­chen Ziele her­aus­po­saunt: Schnellst­mög­li­cher Wie­der­auf­stieg, für den der Klub aus dem Fürs­tentum fünf Mil­lionen Euro inves­tieren wolle. Eher sekundär kommt dabei die eigent­liche Inten­tion Monacos daher — Spiel­praxis für die ver­eins­ei­genen Talente. Die Über­nahme ver­än­derte Cercle von grundauf, auch wenn dies in Brügge nie­mand so recht zugeben mag. Immer wieder pochen die Ver­ant­wort­li­chen darauf, dass der Verein eigen­ständig sei. Ich kann ver­si­chern: Die Indi­vi­dua­lität von Cercle Brügge wird voll respek­tiert“, betonte Cercle-Chef Schotte. Es wurde fest­ge­halten, dass der Klub wei­terhin in Brügge ver­an­kert bleibe und dass die Jugend­ar­beit aus­ge­baut werden soll, um eigene Talente an die Pro­fi­mann­schaft her­an­zu­führen. Auch die Ver­eins­farben in grün und schwarz sollten unan­ge­tastet bleiben.