Falko Graf, wie haben Sie das gest­rige Spiel in der MDCC-Arena über­lebt?
Eigent­lich hatte ich das Ganze schon nach zehn Minuten ver­ar­beitet. Wir sind aus dem DFB-Pokal aus­ge­schieden, das pas­siert nun einmal Regio­nal­li­gisten. Wir haben hier in Mag­de­burg schließ­lich schon einiges erlebt.

Kommen Sie, so kalt hat Sie das Spiel aber nicht gelassen, oder?
Ok, wir haben fast alle geheult wie die Schloss­hunde. Das Spiel war natür­lich unglaub­lich, und nach Stefan Kieß­lings ver­schos­senem Elf­meter waren wir ja schon so gut wie durch (Mag­de­burg ver­schoss zwei Match­bälle im Elf­me­ter­schießen, d. Red.). Aber ins­ge­samt über­wiegt der Stolz dar­über, was diese Mann­schaft ges­tern geleistet hat. 

Können Sie sich erklären, woran es am Ende geschei­tert ist?
Die Nerven eines Bun­des­li­ga­spie­lers sind von einer anderen Beschaf­fen­heit als die unserer Regio­nal­liga-Spieler. Was diese knapp 40 Meter vom Mit­tel­kreis bis zum Elf­me­ter­punkt mit dem Spieler machen, kann man sich als Außen­ste­hender nur schwer aus­malen. 

Glauben Sie, dass die Spieler mit dem Aus­scheiden auch so gefasst umgehen?
Es bleibt ihnen ja nichts anderes übrig. Am Sonntag spielen wir in der Liga gegen Carl Zeiss Jena, und das Spiel ist deut­lich wich­tiger als das Pokal­spiel gegen Lever­kusen. Das gest­rige Spiel kann unglaub­liche Kräfte frei­setzen, die wir wirk­lich gut gebrau­chen können.

Also über­wiegt ins­ge­samt das Posi­tive dieses denk­wür­digen Abends?
Alles andere wäre absurd. Wenn wir nur ein Bruch­teil von der gest­rigen Leis­tung abrufen, müssten wir alle in der Liga schlagen. Aber einen nega­tiven Aspekt hat das Ganze schon: Ich ver­kaufe auf dem Weih­nachts­markt in Mag­de­burg Fan-Artikel des FCM. Als wir ges­tern führten, habe ich schon davon geträumt, wie mir die Fans den Stand ein­rennen. (Lacht)