1 Völler und die Lobby-Party

In den acht­ziger Jahren glich der Fei­er­faktor der deut­schen Natio­nal­mann­schaft dem einer ost­west­fä­li­schen Kegel­truppe auf Mal­lorca-Fahrt. Feucht­fröh­liche Trai­nings­lager am Schlucksee“ wäh­rend der WM-Vor­be­rei­tung, regel­mä­ßige Pflicht­be­säuf­nisse im Mann­schafts­kreis unter dem Deck­namen Blaue Stunde“ – unter Jupp Der­wall ließ der DFB-Tross richtig die Korken knallen. Mit Franz Becken­bauer kehrte 1984 dann ein etwas aske­ti­scherer Geist ein. Bei gebüh­rendem Anlass wurde es aber auch wei­terhin schon mal ein biss­chen später. So wie nach dem gewon­nenen WM-Halb­fi­nale 1986 gegen Frank­reich. Den Final­einzug fei­erten damals Felix Magath, Thomas Bert­hold, Mat­thias Herget und Rudi Völler auf ihre Weise. Das Quar­tett machte es sich in Ver­klei­dung in der Hotel­lobby bequem und ließ ordent­lich Schampus auf­fahren. Ein tolles Fest“, schwärmt Tante Käthe“ noch heute von der Lobby-Sause.



2 Cris­tiano Ronaldo und die Frauen

Nach Siegen lässt es Real Madrids Schnäpp­chen-Neu­zu­gang Cris­tiano Ronaldo gerne mal richtig kra­chen. 2007 fei­erte der Mann, der von sich behauptet, bereits mit mehr als 100 Frauen geschlafen zu haben, aus Anlass des ersten Sai­son­siegs in Man­chester eine zünf­tige Pool­party mit fünf Damen eines ört­li­chen Eskort-Ser­vice. Die Dienst­leis­te­rinnen beschwerten sich danach jedoch über die schlechte Behand­lung und die geringe Ent­loh­nung durch Ronaldo. Auch in Madrid geht die Fete weiter – neu­lich nutzte der Welt­fuß­baller einen freien Tag für einen Party-Trip nach Mal­lorca. Dort gab’s aber dann eine böse Über­ra­schung, als eine Ex-Geliebte des Super­stars in die Gesell­schaft platzte. Die empörte Dame for­derte eine Erklä­rung für die Tren­nung, die ihr Ronaldo per SMS mit­ge­teilt hatte, kam aber nicht am Sicher­heits­per­sonal vorbei. Ronaldo suchte der­weil durch eine Hin­tertür das Weite.


3 Assauer und der DFB-Pokal

Die These, dass Schalke keine Titel gewinnen kann, hält einer genaueren Betrach­tung nur in Bezug auf die Bun­des­liga stand. Unter Trainer Huub Ste­vens holten die Gel­sen­kir­chener immerhin den UEFA-Cup und zwei Mal den DFB-Pokal. Ein glück­li­ches Händ­chen mit den gewon­nenen Tro­phäen kann man den Schalker Offi­zi­ellen aller­dings nicht attes­tieren. 2002 ließ das qual­mende Gesicht des Ver­eins, Rudi Assauer, den deut­schen Cup beim Tri­umphzug am Tag nach dem Finale ent­kräftet vom Fest­wagen fallen. Beim Umgang mit der Pokal­af­färe gab sich Stumpen-Rudi“ dann zunächst sou­verän und kün­digte an, die Repa­ra­tur­kosten aus eigener Tasche zu zahlen. Die saf­tige Rech­nung (34.000 Euro), die der DFB nach der Restau­rie­rung schickte, trieb Assauer dann aber die Zor­nes­röte ins Gesicht.



4 Klasnic und der Titan

2004 war für Werder Bremen ein überaus erfolg­rei­ches Jahr. Die Meis­ter­schaft fuhr die Schaaf-Elf aus­ge­rechnet beim schärfsten Kon­kur­renten Bayern Mün­chen ein. Unver­gessen der Fauxpas von Welt­tor­hüter Oliver Kahn, der Bre­mens Klasnic vor dem 0:1 den Ball direkt vor die Füße legte. Der Kroate vergaß auch im fol­genden Voll­rausch nicht seine gute Kin­der­stube und bedankte sich artig beim Titanen. Mit leicht schwam­miger Aus­sprache ver­riet er: Ich hab’ das vorher mit Olli bespro­chen.“



5 Ailton und das Ent­mü­dungs­be­cken

Werder 2004, die Zweite: Im DFB-Pokal­fi­nale gegen Ale­mannia Aachen machten die Wer­de­raner das Double per­fekt. Oben­drein wurde Wer­ders bra­si­lia­ni­scher Kugel­blitz Ailton mit 28 Tref­fern Tor­schüt­zen­könig. Bei dieser Fülle an Erfolgs­er­leb­nissen wun­dert es nicht, dass der stäm­mige Stürmer aus Paraiba beson­ders aus­ge­lassen fei­erte. Bei seinem Nackt­tanz mit dem Werder-Team im Ent­mü­dungs­be­cken ließ sich der Bra­si­lianer auch nicht von einem anwe­senden Kame­ra­team stören und schuf so ein durchaus amü­santes Zeit­zeugnis.

6 Magath und der Tresen

Felix Magath hat seinen Ruf als Asket weg – dazu passt auch die Anek­dote aus dem Jahre 2006, als der dama­lige Bayern-Coach die Meis­ter­feier ver­passte, weil nach halb­jäh­riger Absti­nenz ein paar Biere auf der Bus­fahrt genügten, um den ent­wöhnten Übungs­leiter für den Rest des Abends außer Gefecht zu setzen. Zu seiner aktiven Zeit konnte Magath aber durchaus noch am Tresen mit­halten. Als der HSV 1983 das Double aus Deut­scher Meis­ter­schaft und Euro­pa­pokal der Lan­des­meister ein­fuhr, blieb der Sieg­tor­schütze des Finales von Athen bis neun Uhr mor­gens in seiner Stamm­kneipe Zwick“ im Ham­burger Mit­telweg sitzen. Ein Mit­spieler von Magath erin­nert sich: Wenn der Felix dort erstmal am Tresen saß, stand er auch lange nicht mehr auf.“


7 Walter Frosch und die Bin­de­haut­ent­zün­dung

Früher war öfter auch mal nach der Party vor dem Spiel. Bei­spiels­weise beim wan­delnden Laster Walter Frosch, der über sich selbst einmal tref­fend bemerkte: Mein schwerster Gegner war immer die Kneipe!“ Am Vor­abend eines Heim­spiels gegen Schalke 04 traf sich der dama­lige FCK-Spieler Frosch mit ein paar Freunden beim Grie­chen um die Ecke. Aus einem Gläs­chen unter Freunden wurde eine fiese Sau­ferei, die nachts um Drei in einem 400-Meter-Wett­rennen um ein Zehn­li­ter­fäss­chen Bier kul­mi­nierte. Am Spieltag erklärte Frosch Trainer Erich Rib­beck seine gerö­teten Augen mit dem lapi­daren Ver­weis auf eine Bin­de­haut­ent­zün­dung“. Seines Gegen­spie­lers Erwin Kre­mers ent­le­digte sich Eisenfuß Frosch auf die ihm eigene Art – der Schalker musste nach 18 Minuten aus­ge­wech­selt werden. Nach dem Spiel hieß es Froschi bester Mann“ und Rib­beck meinte: Von ihrer Bin­de­haut­ent­zün­dung hat man ja kaum was gemerkt!“



8 Schweini und der Whirl­pool

Wer heut­zu­tage als Fuß­ball-Profi bis in die Puppen feiern will, muss die rich­tigen Aus­reden parat haben. So wie Bay­erns Bas­tian Schwein­s­teiger. Schweini“ ver­schaffte sich einst in weib­li­cher Beglei­tung zu später resp. früher Stunde Zugang zum Mann­schafts­trakt an der Säbener Straße und planschte mit der hüb­schen Dame ein biss­chen im Whirl­pool. Dumm nur, dass binnen Minuten das alar­mierte Sicher­heits­per­sonal in der Tür stand. Smarte Aus­rede des Jung­profis: Wollte meiner Cou­sine nur den Pool zeigen.“ Achso.

9 Hoeneß und die Scheiß­hose“

Alter Hut: Nach Titeln begießen sich Bayern-Spieler und Trai­ner­stab gegen­seitig mit Weiß­bier aus rie­sigen Spon­so­ren­kel­chen. 2005 machte der kon­kur­renz­lose FCB den Deut­schen Meis­ter­titel bereits am 31. Spieltag ding­fest. Die baju­wa­ri­schen Feier­un­ten­si­lien waren natür­lich zum Aus­wärts­spiel nach Kai­sers­lau­tern mit­ge­bracht worden. Nur einer wollte nicht mit­ma­chen: Spaß­bremse Uli Hoeneß, der sich vehe­ment gegen Bier­du­schen von Mehmet Scholl und Brazzo“ Sali­ha­midzic wehrte. Begrün­dung: Er könne doch nicht mit so einer Scheiß­hose“ ins Aktu­elle Sport­studio gehen.



10 Netzer und die Disko


Anfang der Sieb­ziger gehörte in Mön­chen­glad­bach für Spieler und Fans nach Heim­spielen der Borussia ein Dis­ko­be­such zum Pflicht­pro­gramm. Denn kein anderer als der Star­spieler der Fohlen-Elf“ betrieb in Glad­bach ab 1971 den ange­sagten Club mit Namen Lovers Lane“. Stand Günter Netzers Fer­rari vor der Tür, war der Laden rap­pel­voll. Zur Eröff­nung von Netzers Disse schauten unter anderem Wolf­gang Overath und Berti Vogts vorbei. Nach knapp drei Jahren war dann wieder Schluss – 1974 schloss das Lovers Lane“ für immer seine Pforten.


Wer ist denn dieser Nackte?“ – im neuen 11FREUNDE-Heft erzählt Jörg Dttwar, wie Nürn­berger Fans ihm einmal die Kla­motten vom Leib rissen. Ab 27. August im Handel (das Heft, nicht die Kla­motten)!