Chris­tian Knapp­mann, am ver­gan­genen Wochen­ende war Ihr Verein, Rot Weiss Essen, bei der zweiten Mann­schaft von Schalke 04 zu Gast. Mit dabei: Schalke-Legende Gerald Asa­moah. Auf der Tri­büne kam es zu einem häss­li­chen Zwi­schen­fall. Was ist da pas­siert?
Ich war krank und saß des­halb zwi­schen den Fans auf der Tri­büne. Als der Gerald am Ball war, grölte irgendein Idiot diese unsäg­li­chen Affen­laute“. Da bin ich auf­ge­standen, habe laut­stark gefragt, was das soll und ver­sucht, den Schrei­hals aus­findig zu machen. Leider ohne Erfolg.

Sie sind 1,95 Meter groß und eine ziem­lich beein­dru­ckende Erschei­nung. Auf revier​sport​.de war zu lesen, dass sie mit einem töd­li­chen Blick“ dafür sorgten, dass ähn­lich ekel­er­re­gende Äuße­rungen fortan aus­blieben“.
Ich hätte der Person gerne per­sön­lich die Mei­nung gegeigt. Solche men­schen­ver­ach­tende Aus­fälle gehen gar nicht. Ich bin wirk­lich kein Kind von Trau­rig­keit und habe nichts gegen Belei­di­gungen und Beschimp­fungen – aber das muss alles über der Gür­tel­linie bleiben. Und ras­sis­ti­sche Dif­fa­mie­rungen sind unter aller Sau.

Wie haben die anderen Zuschauer reagiert?
Die waren zunächst einmal über­rascht, dass da jemand auf­steht und was sagt. Nach dem Spiel habe ich aller­dings sehr viele SMS und Nach­richten bekommen, die Leute haben sich bei mir bedankt. Das tat gut. Obwohl meine Reak­tion ja nicht berechnet war, ich würde immer wieder so han­deln.

Hat der deut­sche Fuß­ball ein Ras­sismus-Pro­blem?
Das glaube ich nicht, aber ich finde schon, dass sich die Sta­dien in den ver­gan­genen Jahren immer mehr zu einer Art rechts­freien Zone ent­wi­ckelt haben. Viele Leute denken, nur weil sie beim Fuß­ball sind, können sie sich alles erlauben. Aber mit dem Ticket­kauf erwirbt man sich ja nicht das Recht, sich men­schen­ver­ach­tend zu ver­halten!

Sie sind seit fast 15 Jahren in den deut­schen Ligen als Stürmer unter­wegs – welche Belei­di­gungen fallen da auf dem Platz?
Eine ganze Menge Wörter, die hier nicht abge­druckt werden sollten. Und natür­lich wird auch mal gezwickt, gekniffen, dem anderen auf den Fuß gestiegen – aber alles bis zu einer gewissen Grenze. Faire Unsport­lich­keit würde ich das mal nennen.

Ras­sis­ti­sche Belei­di­gungen…
…sind dem­nach natür­lich tabu.

Ein­tracht-Prä­si­dent Peter Fischer for­dert von den deut­schen Fan­kurven, Ras­sisten und Nazis eigen­händig aus ihren Blö­cken zu prü­geln. Wie stehen Sie dazu?
Ich weiß nicht, ob man dafür unbe­dingt Gewalt anwenden muss. Aber dass die Fans rigoros gegen solche Spinner vor­gehen, dass ein Selbst­rei­ni­gungs­pro­zess in den betrof­fenen Kurven statt­findet, das wün­sche ich mir eben­falls.