Seite 2: Das sogenannte Goretzka-Paradoxon

Ein Ver­gehen liegt außerdem vor, wenn ein Spieler den Ball mit der Hand/​dem Arm berührt und…

1. „… seinen Körper auf­grund der Hand-/Arm­hal­tung unna­tür­lich ver­grö­ßert.“ Die Regel gilt aller­dings nicht, wenn dieser Spieler Jerôme Boateng heißt und das Hand­spiel zu einem für die Meis­ter­schaft ent­schei­denen Elf­meter für Borussia Dort­mund führen könnte. Basta. Eine zweite Aus­nahme liegt vor, wenn der Spieler seinen Körper nicht nur auf­grund der Hand-/Arm­hal­tung unna­tür­lich ver­grö­ßert, son­dern auch andere Kör­per­re­gionen ganz all­ge­mein unna­tür­lich ver­grö­ßert wirken (das soge­nannte Goretzka-Para­doxon, siehe Bei­spiel 3).

Imago0047285257h

Bei­spiel 3: Leon Goretzka hat seinen Körper ver­grö­ßert. Unna­tür­lich?

Imago Images

Wei­terhin heißt es: Eine unna­tür­liche Ver­grös­se­rung des Kör­pers liegt vor, wenn die Hand-/Arm­hal­tung weder die Folge einer Kör­per­be­we­gung des Spie­lers in der jewei­ligen Situa­tion ist noch mit dieser Kör­per­be­we­gung gerecht­fer­tigt werden kann.“ Jedoch gilt: Hat der Spieler zwei linke Hände, ist er grund­sätz­lich nicht für sein Han­deln ver­ant­wort­lich zu machen. Ist sich der Schieds­richter nicht sicher, ob der Spieler zwei linke Hände hat, lässt er ihn ein Ikea-Regal seiner Wahl auf­bauen.

Für alle eben genannten Ver­gehen gilt außerdem Fol­gendes: Legt Thomas Müller in den 24 Stunden nach dem Spiel per selbst­ge­rechter Video­bot­schaft Ein­spruch gegen die Inter­pre­ta­tion der Szene ein, sind die Medien“ Schuld und zur Rechen­schaft zu ziehen. Das Spiel­ergebnis wird nicht gewertet, dafür dürfen Ronny, Thomas Hitzl­sperger und Bum Bum Babatz stell­ver­tre­tend für die Profis mit einem enorm hart auf­ge­pumpten Fuß­ball im Wechsel und vom Elf­me­ter­punkt aus auf einen mit dem Rücken zu ihnen und gebückt im Tor ste­henden Bild-Redak­teur schießen.

Abge­sehen von den genannten Ver­gehen liegt in fol­genden Situa­tionen, in denen der Ball an die Hand/​den Arm eines Spie­lers springt, in der Regel kein Ver­gehen vor:

1. Der Ball wird zwar absicht­lich mit der Hand gespielt, aller­dings gab es seit meh­reren Wochen keine gra­vie­rende Fehl­ent­schei­dung mehr und die Dop­pel­pass-Redak­tion sorgt sich so langsam um Gesprächs­stoff. In diesem Fall kann das Hand­spiel vom Schieds­richter ein­fach igno­riert werden. Regt sich Stefan Effen­berg am Sonntag dann so sehr über die Fehl­ent­schei­dung auf, dass sich der neben ihm sit­zende und um ein Min­destmaß an Sach­lich­keit bemühte Jour­na­list fremd­schämt, so ist dem Schieds­richter unbe­dingt das nächste Top­spiel zu geben. 

2. Der VAR sagt, dass es so ist. Der VAR ist nie­mandem Rechen­schaft schuldig. Er ist gut und macht den Fuß­ball gerechter.

3. Die eine Hand hat zuvor gemäß des DFL-Hygie­nekon­zepts 30 Sekunden lang die andere Hand gewa­schen, dabei wurde zweimal in mode­ratem Tempo Happy Bir­thday“ gesungen.

4. Die Hand gehört Gott. In diesem Fall wird auf keinen Fall abge­pfiffen und Argen­ti­nien zieht auf direktem Weg ins WM-Halb­fi­nale 1986 ein. 

5. Eigent­lich wollte der Spieler dem Ball nur den kleinen Finger rei­chen. In diesem Fall kann er nichts dafür, wenn sich der Ball danach gleich die ganze Hand genommen hat.

Außerdem wichtig:
Für den Tor­hüter gelten beim Hand­spiel außer­halb des eigenen Straf­raums die glei­chen Regeln wie für alle übrigen Spieler. Faustet der Tor­hüter jedoch in einem geg­ne­ri­schen Ros­to­cker Straf­raum ein Tor, ist er danach als Kult­figur abzu­feiern.