Seite 2: „Schweine“ und „Eierköppe“

Ganz egal wie Schmidt und Völler sonst mit­ein­ander umgehen, ob sie sich als Spinner“ begrüßen, Mistkäsescheiße“-Reden rezi­tieren oder sich Tier­namen geben – im Maß­stab der gän­gigen Umgangs­formen steht fest: Schmidt hat Nagels­mann belei­digt. Und wenn ein Schieds­richter Belei­di­gungen hört, ob gegen ihn, gegen geg­ne­ri­sche Trainer oder Mit­spieler, dann spricht er nun einmal Platz­ver­weise aus.

Der DFB bestraft dies dann im Nach­gang. So geschieht es übri­gens nicht nur bei Bayer Lever­kusen. Frei­burgs Chris­tian Streich musste erst auf die Tri­büne und dann zahlen, weil er die geg­ne­ri­sche Trai­ner­bank Schweine“ genannt hatte. Kölns Jörg Schmadtke wurde für die Schmä­hung Eier­kopp“ zur Kasse gebeten.

Anschul­di­gungen statt Ent­schul­di­gungen

Der DFB wird Roger Schmidt nun wieder sperren, wohl länger als üblich, da er unter Bewäh­rung“ stand. Auch das wäre ein nor­maler Vor­gang, Wie­der­ho­lungs­täter bei Platz­ver­weisen müssen auch länger zuschauen. Schmidt hat sich trotz Ver­war­nung einen Fehler geleistet, ein däm­li­ches Foul“ würde man es auf dem Platz nennen. Mehr ist eigent­lich nicht pas­siert, für Hof­fen­heims Trainer Nagels­mann war die Geschichte mit dem Abpfiff erle­digt. Pas­siert schon mal.

Viel schlimmer wiegt aber, dass die Lever­ku­sener nicht nur wäh­rend des Spiels im Eifer des Gefechts schlechten Stil bewiesen, son­dern auch danach. Kein Wort des Bedau­erns in den State­ments, statt Ent­schul­di­gungen gab es nur Anschul­di­gungen, wir gegen die da oben“. Bayer Lever­kusen sollte sich schnell von der Opfer­rolle lösen. Denn neben der Causa Schmidt würde ihnen Selbst­kritik gut tun, wenn sie sich um ein schwer­wie­gen­deres Thema küm­mern: Warum hat eine so hoch ver­an­lagte Mann­schaft schon die Hälfte ihrer Spiele ver­loren?