Seite 2: Dardais Schlüssel zu Kalous Erfolg

Das 2:0 gegen Han­nover war ähn­lich wie der Aus­gleich in Augs­burg. Nach einer Stan­dard­si­tua­tion nutzte Kalou einen Moment der Unüber­sicht­lich­keit im geg­ne­ri­schen Straf­raum – weil er selbst in seinem hohen Alter die Situa­tion immer noch am schnellsten erfasst hat.

Als Stürmer musst du im rich­tigen Moment im Straf­raum sein, das ist heute pas­siert“, sagte Kalou. Her­thas modi­fi­zierte Taktik kam ihm dabei ent­gegen. Die Ber­liner ver­tei­digten, zumin­dest in der ersten Halb­zeit, sehr hoch, und gingen früh ins Pres­sing. Für mich ist es besser, wenn ich im Straf­raum bin. Da kann ich treffen, da habe ich ein gutes Gefühl für den Ball“, erklärte Kalou. Wenn wir tief ver­tei­digen und ich auf der linken Seite spiele, ist es sehr kom­pli­ziert für mich.“ Dann ist das Tor für ihn oft uner­reichbar weit weg.

Ein Män­ner­ge­spräch

Salomon Kalou wird in seinem Leben ver­mut­lich kein Sprinter mehr; aber er hat immer noch eine über­durch­schnitt­lich hohe Auf­fas­sungs­gabe und ver­fügt über eine außer­ge­wöhn­liche Hand­lungs­schnel­lig­keit. Auf diese Qua­li­täten will Trainer Dardai nur ungern ver­zichten – und auch nicht auf Kalous Erfah­rung. Unsere Idee mit sehr vielen jungen Spie­lern funk­tio­niert nur, wenn die älteren Spieler sehr pro­fes­sio­nell sind und vor­bild­lich arbeiten“, sagte der Ungar.

Vor dem Spiel gegen Han­nover hat Dardai Kalou des­halb noch mal zur Seite genommen, für ein Män­ner­ge­spräch, nur wir beide“. Natür­lich hat Kalou die Ver­ban­nung auf die Bank nicht gefallen. Aber viel­leicht hat das ein biss­chen was aus­ge­löst.“ Ein wenig Frust kann manchmal gar nicht schaden. Es ist gut, wenn er zehn oder fünf­zehn Pro­zent mehr Kon­zen­tra­tion hat“, sagt Dardai. Oder Hass auf den Trainer.“