1. Wenn das Camp Nou will, ist es immer noch eines der besten Sta­dien der Welt

Auf­wändig insze­nierte Cho­reo­gra­fien und viel­stim­mige Gesänge vor dem Anpfiff sind wir inzwi­schen gewöhnt. Es ist schwer, uns mit einem You´ll never walk alone“ von der voll­be­setzten Süd­tri­büne in Dort­mund zu beein­dru­cken. Zu oft gesehen und gehört, wir sind eben Gewohn­heits­tiere. Und selbst das Camp Nou, jene mehr als 98.000 Zuschauer fas­sende gigan­ti­sche Schüssel, schien in den ver­gan­genen Jahren an Reiz ver­loren zu haben. Doch dann ver­wan­delte sich die legen­däre Heim­stätte Barcas am gest­rigen Abend in ein ein­ziges Meer aus rot-blauen Papp­schil­dern, die ein rie­siges Barca-Logo pro­du­zierten, das man ver­mut­lich selbst vom Mond noch als sol­ches erkennen konnte. Gleich­zeitig stimmten die fast 100.000 Zuschauer die Ver­eins­hymne an, El Cant del Barca“. Nicht mit musi­ka­li­scher Unter­stüt­zung, nicht mit Back­ground-Gesängen aus dem Off, son­dern a cap­pella:

Blau­grana al vent,
Un crit valent,
Tenim un nom, el sap tothom,
Barca, Barca, Barca!

Blaurot in den Wind,
Beherzter Schrei,
Wir haben einen Namen, den jeder kennt,
Barca, Barca, Barca!

Und weil sich zu so einem Spiel offenbar keine Gäs­te­fans ver­irren, schmach­tete wirk­lich das kom­plette Sta­dion mit und sorgte so für eine dicke feste Ganz­kör­per­gän­se­haut. In diesem Moment wirkte das Camp Nou, das ja eigent­lich schon vor Jahren umge­baut und moder­ni­siert werden sollte, wie ein alter Kämpe, der dem jungen Gemüse noch einmal zeigt, was eine Harke ist. Mit Erfolg. Ein­ziger Wer­muts­tropfen: Das Spek­takel wurde vom Verein orga­ni­siert und nicht vom Anhang. Uns hat es trotzdem gefallen.

2. Messi hat einen neuen Angeber-Move

Sicher, Lionel Messi tun­nelte schon früher gerne alles, was zwei Beine hat und ein geg­ne­ri­sches Trikot trägt, aber in letzter Zeit macht es den Anschein, als ob der argen­ti­ni­sche Wun­der­knabe noch mehr Spaß an diesem herr­li­chen Streich unter Män­nern gefunden hat. Gegen Man­chester City ver­darb er gleich zwei Gegen­spie­lern den Tag, einmal, gegen James Milner, auf so aus­ge­kochte Art und Weise, dass selbst Zuschauer Pep Guar­diola bei­nahe vor Freude ohn­mächtig wurde. Im Cla­sico erwischt es nach wenigen Minuten Welt­meister Toni Kroos. Der schaffte es erst dann seine Beine zu schließen, als Messi längst fünf Meter ent­fernt war, ver­mut­lich auf der Suche nach dem nächsten geöff­neten Bein­paar. Das bot sich zwar nicht mehr an, doch wahr­schein­lich reichte der eine Streich, um Messi für den Rest der Partie ganz dicke Hoden zu ver­schaffen: ein Tunnel, im Camp Nou, im Cla­sico, gegen den Welt­meister. Dürfte sich gut ange­fühlt haben.