Seite 2: Kruse kehrt zurück

Daichi Kamada wird Fuß­baller des Jahres

Nicht erst seit dem Wochen­ende wissen wir: Daichi Kamada ist ein ganz vor­treff­li­cher Fuß­baller. Beim VfB Stutt­gart traf der Japaner ein Mal selbst und berei­tete die anderen beiden Treffer per Stan­dard vor. Kamada irgendwas gegen sagen? Nein! Schon jetzt ist der 26-Jäh­rige mit vier Toren und vier Vor­lagen zweit­bester Scorer der Liga und an seiner Form wird sich so schnell nichts ändern. Zur Beloh­nung wird er als Nach­folger von Chris­to­pher Nkunku Deutsch­lands Fuß­baller des Jahres 2023 und bleibt der Bun­des­liga hof­fent­lich erhalten. Allein schon, weil es schade um die ganzen Wort­spiele wäre.

Marvin Ducksch trifft noch in der Hin­runde

Es sollte eine große Geste werden, am Ende war es die ulti­ma­tive Demü­ti­gung. Werder Bremen erhielt am 6. Spieltag in der Nach­spiel­zeit einen Elf­meter, die Chance auf den Last-Minute-Aus­gleich gegen den FC Augs­burg. Doch zur Über­ra­schung aller Wer­de­raner trat nicht Niclas Füll­krug an, der in den beiden Spielen davor jeweils in der Nach­spiel­zeit sicher ver­wan­delt hatte. Son­dern Marvin Ducksch. Der beste Bremer Tor­schütze aus der Zweit­liga-Saison ist bis­lang noch kom­plett ohne Treffer, des­halb war die Inten­tion klar: Wenn der Knoten schon nicht von selbst platzt, dann hilft man eben per Elf­meter nach. Blöd nur, dass Augs­burgs Keeper Rafal Gikie­wicz etwas dagegen hatte, den Straf­stoß parierte und dem FCA die drei Punkte sicherte. Und Ducksch? Der wartet wei­terhin auf sein erstes Sai­sontor. Aber nicht mehr lange. Der Ex-Han­nover lässt sich in der Län­der­spiel­pause von Best-Of-Ailton-Com­pi­la­tions inspi­rieren und bal­lert sich dann den Frust von der Seele.

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Nach dem ver­ge­benen Elf­meter gegen Augs­burg: Marvin Ducksch.

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Max Kruse kehrt nach Bremen zurück

Unter­stüt­zung erhält Ducksch nach der Rück­runde von einem alten Bekannten. Max Kruse hat in Wolfs­burg im Moment, nun ja, nicht den leich­testen Stand, hat aber betont, dass seine Zeit in der Bun­des­liga noch nicht vorbei ist. Bleibt nur eine Lösung: Zurück in die Han­se­stadt! Dort feiert Kruse im neuen Jahr seinen acht­und­zwan­zigsten Fuß­ball-Früh­ling und legt Ducksch am letzten Spieltag die Sai­son­tore 19 und 20 auf. Ganz sicher.

Abstiegs-Show­down wie 1999

Und trotzdem wird Duckschs furioses Tor-Come­back nicht das abso­lute High­light von Spieltag 34 sein. Gün­ther Koch ölt schon jetzt die Stimm­bänder für sein großes Come­back – es steht ein Abstiegs­krimi wie 1999 an. Mit dabei sind diesmal Schalke, Augs­burg, Stutt­gart und im direkten Duell Wolfs­burg und Hertha. Wer bleibt drin? Wer muss runter? Wo sitzt Gün­ther Koch? Völlig egal. Irgendwo wird sich schon ein Abgrund auftun.

Der HSV steigt auf

Zuge­geben, dieser Hut ist so alt, damals hatte Steffen Baum­gart seine Schie­ber­mütze noch nichtmal aus­ge­sucht. Aber irgend­wann muss es ja so weit sein. Und weil sie an der Elbe fleißig Win­cent Weiss’ Power-Hymne Wer wenn nicht wir“ pumpen, klappt es diesmal sogar auf direktem Weg. Weil Robert Glatzel 35 Tore schießt, weil Ludovit Reis sich erin­nert, dass er mal beim FC Bar­ce­lona gespielt hat und weil die Tim-Walter-Mas­ter­class end­lich mal eine ganze Saison lang funk­tio­niert. Und auch ein­fach wegen Uwe Seeler. Die Krei­de­zeit für den Bun­des­liga-Dino geht zu Ende, ab nächstem Jahr gibt es wieder Grill­feste im Volks­park.