Seite 2: Februar: Cojones sudamericanos

Februar

Auf­reger des Monats: Choreo-Absage vor Ein­tracht Frank­furt – Shaktar Donezk

Bei Heim­spielen der SGE auf inter­na­tio­naler Ebene ver­zau­berte Ein­tracht Frank­furts Fan­szene ganz Europa mit gigan­ti­schen Cho­reo­gra­fien. Auch anläss­lich des Sech­zehn­tel­final-Duells gegen Shaktar Donezk hatten sich die Anhänger einiges ein­fallen lassen – im letzten Moment kam es aller­dings zu einem Rück­zieher, die Choreo wurde abge­sagt. Was war pas­siert? Der abstruse Hin­ter­grund: Ein­tracht Frank­furts mei­nungs­freu­diger Prä­si­dent Peter Fischer äußerte sich am Tag vor dem Spiel wie folgt bei DAZN: Wenn ich sage, dass das Sta­dion morgen brennt, dann brennt das morgen. Und zwar so, dass ihr (der Sender, d. Red.) kaputt geht, weil ihr so viel Licht habt und das Spiel für euch etwas neblig wird.“ Auf Grund­lage dieses State­ments erwirkte die Polizei Frank­furt einen rich­ter­li­chen Ent­schluss zur Durch­su­chung der Räum­lich­keiten der Frank­furter Ultras. Als Reak­tion auf die von der Fan­szene als gezielte Pro­vo­ka­tion gewer­tete Maß­nahme sollte ein Banner gezeigt werden. Das Trans­pa­rent wurde jedoch im Sta­dion vor Spiel­be­ginn unter Schlag­stock­ein­satz ent­fernt, weil es einen ver­schmä­henden Inhalt zum Nach­teil unseres Staats­mi­nis­ters Herrn Beuth“ gehabt habe. Medi­en­be­richten zufolge soll es meh­rere Ver­letzte gegeben haben. Die Offi­zi­ellen Ein­tracht Frank­furts zeigten sich ange­sichts dessen geschockt, SGE-Vor­stand Axel Hell­mann sprach davon, dass die Maß­nahme rechts­staat­lich bedenk­lich“ gewesen sei.

Spieler des Monats: Claudio Pizarro 

Claudio Pizarro ist ein Phä­nomen für sich. Das beweist auch ein Rekord, den der Rou­ti­nier in Diensten des SV Werder Bremen am 16. Februar auf­stellte: In der siebten Minute der Nach­spiel­zeit ver­wan­delte der Peruaner einen Frei­stoß zum 1:1‑Ausgleich beim Gast­spiel seiner Bremer bei Hertha BSC. Das Tor machte den Stürmer mit genau 40 Jahren und 136 Tagen zum ältesten Tor­schützen der Bun­des­liga-Geschichte. Grund genug, den inzwi­schen 41-Jäh­rigen an dieser Stelle ent­spre­chend zu wür­digen. Auch sonst lief es für die ewig junge Tor­ma­schine im Februar ganz pas­sabel – mehr dazu im Spiel des Monats. 

Video des Monats 

Wenn wir schon bei süd­ame­ri­ka­ni­schem Tem­pe­ra­ment sind, darf Diego Simeone natür­lich nicht fehlen. In gewohnt tes­to­ste­ron­ge­la­dener Manier zele­brierte Atlé­ticos Coach den Treffer zum 2:0‑Endstand gegen Juventus Turin im Cham­pions-League-Ach­tel­final-Hin­spiel. Im Rück­spiel reichte es trotzdem nicht für Simeones Team: Cris­tiano Ronaldo besorgte im Allein­gang ein 3:0 für Juve und revan­chierte sich mit seiner Inter­pre­ta­tion des Cojones-Jubels.

Spiel des Monats: Borussia Dort­mund – Werder Bremen 5:7 n. E.

Ein Spiel der Marke: Hatte wirk­lich alles“. Gleich fünf Spieler in den Reihen des BVB fielen für das DFB-Pokal-Ach­tel­fi­nale kurz­fristig krank­heits­be­dingt aus, dar­unter mit Roman Bürki und Marwin Hitz die etat­mä­ßigen Tor­hüter eins und zwei bei den West­falen. So kam Eric Oel­schlägel zu seinem Profi-Debüt – und musste nach fünf Minuten erst­mals hinter sich greifen. Milot Rashica traf nach Kruse-Frei­stoß zum 1:0 für Werder. Dort­munds Kapitän Marco Reus konnte per sehens­wertem Frei­stoß-Treffer noch in der Nach­spiel­zeit der ersten Halb­zeit aus­glei­chen, musste aber in der Pause ver­let­zungs­be­dingt runter. In Halb­zeit zwei fielen keine Tore mehr – es ging in die Ver­län­ge­rung. Nachdem Chris­tian Pulisic in der 105. Spiel­mi­nute auf 2:1 erhöht hatte, gingen viele schon von einem Wei­ter­kommen der Borussia aus. Doch nur zwei Minuten später war es – natür­lich – Claudio Pizarro, der wie­derum für den SVW aus­glich. In Minute 112 erzielte Achraf Hakimi die erneute Füh­rung für den BVB, doch auch das war noch nicht der Schluss­punkt: Eine Minute vor dem Ende der Ver­län­ge­rung glich Martin Harnik erneut aus – Elf­me­ter­schießen. Paco Alcácer und Maxi­mi­lian Philipp schei­terten an Jiri Pav­lenka, Werder zog spek­ta­kulär ins Vier­tel­fi­nale ein.