Fünf Gründe für den Gladbacher Höhenflug

Flach spielen, hoch gewinnen

Borussia Mönchengladbach hat am Freitag die Chance, bis auf drei Punkte an den BVB heranzurücken. Fünf Gründe, warum die Gladbacher in dieser Saison so stark sind.

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Borussia Mönchengladbach ist derzeit der fanfreundlichste Verein der Bundesliga. Das hat weniger mit günstigen Ticketpreisen oder einer besonders leckeren Stadionwurst zu tun. Vielmehr garantiert ein Besuch im Borussia-Park, dass man als Gladbach-Fan glücklich nach Hause fährt. Acht Heimspiele hat die Borussia bestritten, achtmal haben sie gewonnen, dabei erzielten sie 23:3 Tore; das ist die mit Abstand beste Bilanz der Liga.

Auch gegen Aufsteiger Nürnberg hielten sie sich schadlos. Der 2:0-Erfolg verhalf Mönchengladbach, sich bis auf sechs Punkte an Tabellenführer Borussia Dortmund heranzurobben – und das nur wenige Tage vor dem direkten Aufeinandertreffen. Geht da noch was für Gladbach in Sachen Meisterschaft? Was macht sie diese Saison so stark? Fünf Gründe, warum man die Gladbacher im Titelrennen nicht unterschätzen sollte.

1. Die Fohlen sind äußerst spielstark
Flach spielen, hoch gewinnen: Dieses alte Fußballmotto hat sich Gladbachs Trainer Dieter Hecking zu eigen gemacht. Seine Mannschaft tritt meist in einem 4-3-3-System an. Über das spielstarke Mittelfeld soll der Gegner auseinander kombiniert werden. Gladbach hat durchschnittlich den dritthöchsten Ballbesitz der Liga (nach Bayern und Dortmund) und spielt die viertmeisten Pässe (hinter Werder Bremen).

Somit gelingt es Gladbach auch, gegen individuell schwächere Teams Chancen zu kreieren. Beispiel Nürnberg: Die Nürnberger warteten in der eigenen Hälfte in einer kompakten 4-1-4-1-Ordnung. Doch Gladbach blieb geduldig, spielte auch nach der Pause flach und zielgerichtet. Diese spielerische Qualität ist eine Stärke, die sich im Verlauf der Saison in Punkten niederschlägt: Mit Ausnahme der Partie gegen Augsburg gewannen sie gegen alle Abstiegskandidaten souverän. Ihr Torverhältnis in den Partien gegen Nürnberg, Hannover, Düsseldorf und Stuttgart: 12:1.

2. Gladbach hat das meistunterschätzte Mittelfeld der Liga
Alassane Plea und Thorgen Hazard sind aktuell natürlich in aller Munde. Mit jeweils neun Saisontoren haben sie einen großen Anteil an Gladbachs Erfolg. Sie können ihre Torjäger-Qualitäten jedoch nur deshalb einbringen, weil die Akteure hinter ihnen auftrumpfen.

Das Stamm-Mittelfeld aus Jonas Hofmann, Florian Neuhaus und Tobias Strobl dürfte das meistunterschätzte Mittelfeld der Liga sein. Hofmann (fünf Tore) und Neuhaus (neun Assists) brillieren nicht nur auf technischer Ebene. Sie gehören zudem zu den laufstärksten Akteuren der Liga. Sie spielen am gegnerischen Strafraum entscheidende Pässe, nur um sofort wieder in die eigene Ordnung zurückzukehren.

Wirklich unverzichtbar ist jedoch ein anderer Akteur: Sechser Strobl sichert für seine Kollegen ab. Er antizipiert Zuspiele, steht zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Zudem ist er körperlich robust, kann also auch im Kopfballspiel punkten. Mit diesem Mittelfeld kann Gladbach so ziemlich jeden Gegner dominieren.