Die Bun­des­liga erlebt aktuell eine Renais­sance. Dabei schien der klas­si­sche Stoß­stürmer, der im Straf­raum auf Bälle lauert, bereits aus­ge­storben. Hin­gegen war die fal­sche Neun“ der Trend­be­griff der ver­gan­genen Jahre. Lionel Messi, Cris­tiano Ronaldo und Arjen Robben heißen die neuen Tor­jäger mit Welt­ruhm; aus­ge­rechnet der ein­ge­wech­selte fal­sche Neuner“ Mario Götze schoss Deutsch­land zum vierten WM-Titel. Und selbst echte Neuner“ wie Robert Lewan­dowski oder Max Kruse sind mitt­ler­weile mehr als Tor­lie­fe­ranten. Sie müssen mit­spielen können, gegen den Ball pressen, ja manchmal sogar ein biss­chen zau­bern.

Doch es gibt eine Gegen­be­we­gung, denn in man­chen Teams hat der alte, klas­si­sche Tor­jäger wieder seinen Platz gefunden. Der Wolfs­burger Bas Dost ist ein bekanntes Bei­spiel. Noch grö­ßere Strahl­kraft genießt jedoch der Füh­rende der Bun­des­liga-Tor­schüt­zen­liste: Alex­ander Meier.

Ins Spiel kaum ein­ge­bunden…

Meier gehört zu jener Sorte Stürmer, die im modernen Fuß­ball eigent­lich gar nicht mehr exis­tieren. An man­chen Tagen taucht er 89 Minuten lang unter, nur um in der 90. das ent­schei­dende Tor zu erzielen. So ist die Frage, was seine schwere Ver­let­zung für das Kom­bi­na­ti­ons­spiel der Ein­tracht bedeutet, relativ schnell zu beant­worten: sehr wenig.

Meier bindet sich ab und an in das Angriffs­spiel ein, hält lange Zuspiele oder leitet den Ball mit einem Kon­takt weiter. Doch wirk­lich oft ist Meier nicht am Ball; auf 90 Minuten hoch­ge­rechnet spielt kein Frank­furter Stamm­spieler weniger Pässe als Meier. Er kon­zen­triert sich statt­dessen auf das, was er am besten kann: Tore­schießen. Unab­lässig bewegt er sich, um mög­lichst frei im Sech­zehner an den Ball zu kommen.

…im Straf­raum eine Macht

Aller­dings lässt sich die Frage, was Meiers Ver­let­zung für das Angriffs­spiel der Ein­tracht bedeutet, ebenso schnell beant­worten: Frank­furts wird massiv weniger Tor­ge­fahr aus­strahlen.

Wer Meiers Zahlen mit anderen Angrei­fern ver­gleicht, ver­steht schnell den Wert des Angrei­fers: 80 Mal schoss Meier in dieser Saison auf das Tor – Platz sieben im bun­des­li­ga­weiten Ver­gleich. 63 Schüsse gab er inner­halb des Sech­zeh­ners ab – und belegt damit Platz zwei hinter Lewan­dowski. 46 seiner Schüsse kamen gar auf das geg­ne­ri­sche Tor – Liga­spitze. 19 davon gingen wie­derum ins Tor. Das heißt, fast jeder vierte Meier-Schuss brachte zähl­baren Erfolg, eine phä­no­me­nale Quote. Nur zu logisch, dass Meier vor seiner Ver­let­zung auf dem besten Weg war, die Tor­jäger-Kanone zu gewinnen.