Michel Pla­tini, welche Fähig­keit ist für einen Fuß­baller die Wich­tigste?
Ball­kon­trolle. Wenn du den Ball nicht unter Kon­trolle kriegst, kannst du auch keinen guten Pass spielen.

Können Sie beschreiben, wie die Rollen im magi­schen Viereck“ ver­teilt waren?
Wir hatten keine kon­kret ver­teilten Auf­gaben. Jeder tat, was er für richtig hielt, ohne dabei zu ver­gessen, was ihm Trainer Hidalgo mit­ge­geben hatte.

Sie haben mit den anderen nie zusammen im Verein gespielt. Wie kam es, dass Sie nahezu per­fekt har­mo­nierten?
Fuß­ball ist wie Musik. Man muss nicht Kla­vier spielen können, um den Pia­nisten zu ver­stehen.

Was mochten Sie an den drei anderen?
Sie nahmen Dinge wahr, die ich auch wahr­nahm. Wir spra­chen die­selbe Sprache, hatten die glei­chen Werte und wollten alle nach vorne spielen. Das war auch keine Mann­schaft inner­halb der Mann­schaft. Nur ein Mit­tel­feld, das es in jedem Team der Welt hätte geben können.

Standen Giresse und Sie sich nicht auf den Füßen herum?
Nein. Das ist eine Frage der Intel­li­genz.

Gab es Span­nungen?
Nein. Sie mussten nur auf mich hören, dann gab es da keine Pro­bleme.

Sie waren der Chef?
Zunächst war ich als Spieler ein Anführer, später dann auch als Per­sön­lich­keit. Die Leute zählen immer mehr auf dich, du wirst älter, und irgend­wann bist du das Aus­hän­ge­schild. Man baut auf deine Erfah­rung.

Was haben Sie mit den anderen gezielt trai­niert?
Nichts.

Waren Sie außer­halb der Natio­nal­mann­schaft mit­ein­ander befreundet?
Das ist schwierig, wir haben nie im glei­chen Verein gespielt. Außerdem waren wir nur Teil einer Gruppe von 16, 20 Spie­lern, es gab ja nicht nur uns vier.

War es zu Ihrer Zeit schwierig, Stürmer in der Natio­nalelf Frank­reichs zu sein?
Wir hatten keine Stürmer, die reine Tor­jäger waren. Des­wegen waren wir darauf ange­wiesen, ein Mit­tel­feld zu schaffen, das die Tore macht.

Welche Erin­ne­rungen haben Sie an das WM-Vier­tel­fi­nale zwi­schen Frank­reich und Bra­si­lien 1986?
Ein sehr schwie­riges Spiel. Es war heiß, ich war ver­letzt, und der Gegner war sehr gut. Es war wirk­lich sehr hart.

Wel­ches der beiden Teams ver­fügte über das bes­sere Mit­tel­feld?
Bra­si­lien war nicht besser oder schlechter als wir. Sie hatten ihre eigene Art zu spielen, ihre eigenen Qua­li­täten. Wir wurden die Bra­si­lianer Europas genannt, weil wir ähn­liche Stärken besaßen.

Was hielten Sie von Zico?
An ihn erin­nere ich mich, denn er war ein guter Freund, und ist es bis heute. Der weiße Pelé. Leider ist er bei Udine gelandet. Meiner Mei­nung nach kein Klub, der seinem dama­ligen Niveau ent­sprach. Wenn er woan­ders gelandet wäre, hätte er eine präch­tige Kar­riere hin­legen können.