Bernd Höl­zen­bein, haben Sie Angst vor Alex Meier?
Nein, gar nicht. Warum auch?

Wenn er so weiter macht, knackt er Ihren 26-Tore-Rekord von 1977. Kein Pro­blem damit, dass bald Alex Meier Rekord­halter wäre?
Das wäre klasse, denn damit hätte die Ein­tracht sicher auch mehr Punkte. Mich ärgert es sogar, wenn er Elf­meter ver­bal­lert wie gegen Ham­burg.

In der ewigen Liste der Ein­tracht-Tor­jäger stehen Sie vor Bernd Nickel und Jürgen Gra­bowski, dann kommt Alex Meier. Das hört sich doch komisch an.
Ach, die ganzen Sta­tis­tiken. Das sind doch nur Spie­le­reien.

Unter dem Willy-Brandt-Platz in der Frank­furter U‑Bahn stehen die zwölf Säulen der Ein­tracht, alles Legenden. Unter anderem Sie, Oka Nikolov und Bum-Kun Cha. Alex Meier fehlt.
Das über­rascht mich auch. Bernd Nickel sollte zum Bei­spiel auch dort stehen. Aber bei sol­chen Abstim­mungen zählt ja vor allem, wie beliebt einer war. Die Qua­lität kommt erst danach.

Viel­leicht weil sich manche wün­schen, dass er sich öfter mal zu Wort meldet. Bisher äußert er sich selten öffent­lich. Vor kurzem sagte er, dass er sich nie Ziele setzt. Das ist schwer vor­stellbar. Wie nehmen Sie ihn wahr?
Ruhig, bescheiden, freund­lich. Läuft er an meinem Büro vorbei, kommt er immer kurz rein und sagt Hallo. Im Pro­fi­ge­schäft ist das nicht mehr selbst­ver­ständ­lich.

Hat er sich in Frank­furt ver­än­dert?
Ich war dabei, als wir mit seinen Eltern den ersten Ver­trag aus­ge­han­delt haben. Damals war er noch stiller. Das hat sich zum Glück geän­dert, er spricht jetzt auch mal Pro­bleme an.

In Frank­furt brüllen manche Fans Fuß­ball­gott“, weil Meier so oft trifft, andere werfen ihm zu wenig Ein­satz vor. Was stimmt?
Fuß­ball­gott ist mir lieber. Er ist ja fast zwei Meter groß, des­halb wird er gele­gent­lich als unge­lenk kri­ti­siert. Aber das kennt Alex seit seinem ersten Tag. Die einen lieben ihn, die anderen sagen, er ist zu langsam. Das Übliche.

Es fällt schon auf, dass sich Alex Meier oft recht­fer­tigen muss. Läuft es bei ihm nicht gut, wie zu Beginn der Rück­runde, hauen Fans und Medien auf ihn ein. Sogar der eigene Manager Bruno Hübner, der sagte: Wir wissen ja, wenn Alex nicht trifft, ist er eher unauf­fällig.“ Warum?
Schwer zu sagen. In Frank­furt sind ja alle so eupho­risch: Heute Euro­pa­pokal, morgen Absteiger. Ich schätze Alex sehr. Aber er hat noch Luft nach oben. Würde er zum Bei­spiel nur einen Zen­ti­meter höher springen, gäbe es noch mehr Meier-Tore.