Marcus Mum­ford, Sie sind Sänger einer der momentan erfolg­reichsten Bands welt­weit, Ihr Album Babel“ wurde bei den dies­jäh­rigen Grammy Awards als Album des Jahres“ aus­ge­zeichnet. Haben Sie als kleiner Junge immer nur von einer Kar­riere als Musiker geträumt?
Wo denken Sie hin? Ich bin doch ein Junge aus Eng­land! Natür­lich wollte ich früher viel lieber Fuß­baller werden als Musiker. Das war immer mein großer Traum. Doch man kann leider nicht so tun, als sei man ein guter Fuß­baller. Immerhin kann man aber so tun, als sei man ein guter Musiker.

Also sind Sie ein mise­ra­bler Fuß­baller?
Ich bin ein mise­ra­bler Musiker! Im Ernst: Dass wir heute von unserer Musik leben können, emp­finden wir als großes Glück.

Auf Ihrer Home­page listen Sie die drei Inspi­ra­ti­ons­quellen für Ihre Musik auf. Fuß­ball steht an Nummer drei.
Fuß­ball ist eine der letzten ganz großen Kon­stanten in meinem Leben. Wir reisen für unsere Auf­tritte durch die ganze Welt, und Fuß­ball erin­nert mich dabei immer wieder an zu Hause, an Wim­bledon. Fuß­ball und meine Frau – das sind die zwei Dinge, die mich erden. Ich infor­miere mich jeden Tag, was im Fuß­ball so pas­siert und schaue nach den Spielen des AFC Wim­bledon. Des­wegen ist Touren in der Som­mer­pause auch so scheiße …

Da bleibt dann nur Ihre Frau …
Ja, und das reicht nicht aus! Ich bin wirk­lich traurig wäh­rend der Som­mer­pause und fühle mich fast ein wenig ver­loren.

Wie erklären Sie sich diese Lei­den­schaft, die Sie mit Mil­li­arden anderen Men­schen teilen?
Kennen Sie das Buch Fever Pitch“? Das Fan­tas­ti­sche an Nick Hornby ist für mich, wie besessen er die Men­schen zeigen kann, von Fuß­ball, aber auch von Musik, wie in seinem zweiten Meis­ter­werk High Fide­lity“. Es gibt irgend­wann einmal diesen klit­ze­kleinen Stich in der Brust, man spürt ihn kaum, und dann kommt man davon ein­fach nicht mehr los. Keine Chance. Von Saison zu Saison zu Saison. Fuß­ball ist die Heimat der ein­samen Männer.

Wenn Sie in Ame­rika mit anderen Musi­kern zusammen sind: Gelten Sie dann dort als Freak wegen Ihrer Fuß­ball­ob­ses­sion?
(lacht) Amis haben wirk­lich keinen Plan, was Fuß­ball ist! Wir ver­su­chen ständig, Ihnen unsere Fas­zi­na­tion näher­zu­bringen. Aber es ist ein wenig so, als wenn wir jemanden, der von Musik keine Ahnung hat, erklären sollen, wer Mum­ford and Sons“ sind. Aus­sichtslos! Man muss schon zu einem Kon­zert von uns kommen, um das zu ver­stehen. Und man muss eben auch ins Sta­dion gehen, um sich in Fuß­ball zu ver­lieben…

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Das kom­plette Inter­view mit Marcus Mum­ford lest ihr im neuen 11FREUNDE-Spe­zial Fuß­ball und Pop“, das ab sofort im Handel erhält­lich ist! Außerdem im Heft: Charly Dörfel über die größte Plat­ten­samm­lung der Bun­des­liga, Por­trait der legen­dären Oi!-Band Cockney Rejects“ und die wahre Geschichte über die Mün­chener Nobel-Disco P1“.