13. Spieltag in der Super League“, der ersten grie­chi­schen Liga. Der Elfte trifft auf den Zwölften. Ledig­lich ein Punkt trennen den AS Lamia und Pane­to­likos Agrinio in der Tabelle. Der Blick richtet sich für beide Mann­schaften eher nach unten als nach oben. Fest steht: Ein Unent­schieden bringt keinem was.

Beson­ders das Team von Trainer Makis Chavos aus Agrinio nimmt sich das zu Herzen. Nach zwölf Minuten steht es bereits 1:0 durch Farley Rosa. Wei­tere zwölf Minuten sind gespielt als Jorge Diaz zum 2:0 erhöht.

Für die Heim­mann­schaft Lamia läuft es dagegen denkbar schlecht. 0:2‑Rückstand und der Trainer, Babis Tennes, musste in der ersten Hälfte bereits zwei Mal wech­seln. Trotz alledem hat er in der Halb­zeit­pause anschei­nend die rich­tigen Worte gefunden, denn seine Mann­schaft gibt sich nach dem Wie­der­an­pfiff beim besten Willen noch nicht geschlagen.

Es dauert bis zur 69. Minute, als Noe Acosta den lang ersehnten Anschluss­treffer erzielt. Ein Tor reicht aber nicht, um diesen mise­ra­blen Spiel­be­ginn wieder gerade zu biegen. Die Mann­schaft vom AS Lamia drängt also auf das nächste Tor, doch das will ein­fach nicht fallen. Auf dem Rasen wird es statt­dessen immer hit­ziger. Min­des­tens alle zehn Minuten muss der Schieds­richter zum gelben Karton greifen.

Als schließ­lich die vollen 90 Minuten gespielt sind, steht es wei­terhin 2:1 für Pane­to­likos Agrinio. Die Zei­chen stehen auf Aus­wärts­sieg. Mit diesen drei Punkten würde die Mann­schaft im direkten Duell einen großen Schritt in Rich­tung Tabellen-Mit­tel­feld machen. Jeder Sieg ist ent­schei­dend, denn Platz fünf und Platz 13 trennen gerade einmal vier Punkte. 

Diese Nach­spiel­zeit hat’s in sich

Aber das Spiel ist noch nicht vorbei. Nein, heute ist es erst nach 99 Minuten zu Ende und diese neun Minuten Nach­spiel­zeit haben es in sich. Ab jetzt geht es Schlag auf Schlag. Erst fliegt Danny Beja­rano von Agrinio mit Gelb-Rot vom Platz, dann folgt ihm der Tor­schütze des 1:2, Noe Acosta, direkt in die Kabine. Es ist die 97. Spiel­mi­nute, als er dann doch noch fällt, der Aus­gleichs­treffer zum 2:2 durch Patrick Vouho, den 30-Jäh­rigen Mit­tel­stürmer von der Elfen­bein­küste.

Lamia-Tor­hüter Niko Papado­poulos freut sich über den Treffer so sehr, er kann nicht anders und muss sein Glück mit irgendwem teilen. Unglück­li­cher­weise findet er dafür keinen gerin­geren als Ioannis Neo­pha­tiadis, den Schieds­richter der Partie. Er rennt zu ihm, küsst ihn und umarmt ihn über­schwäng­lich. Dieser ist von der über­ra­schenden Welle der Zunei­gung aller­dings alles andere als begeis­tert und zeigt dem Tor­wart kur­zer­hand dafür sogar die rote Karte.

Was für eine irre Szene. Der Schieds­richter hat für diesen emo­tio­nalen Aus­bruch aber kein Ver­ständnis. Seine Ent­schei­dung steht fest. Papado­poulus muss vom Feld ehe der Schluss­pfiff ertönt. Als wäre das nicht schon genug, hat die Dis­zi­pli­nar­kom­mis­sion der grie­chi­schen Super League“ den Tor­wart auch noch für ganze fünf wei­tere Spiele gesperrt. Bei einer der­artig langen Sperre denkt man hier zu Lande, es würde sich um eine schwere Tät­lich­keit han­deln. In diesem Fall ist die Rede aller­dings von Miss­brauch des Schieds­rich­ters“.

Neun Minuten Nach­spiel­zeit, in denen das 2:2 fällt, zwei Spieler Gelb-Rot sehen und einer davon wegen einer Umar­mung sogar glatt rot. Ein ver­rücktes Fuß­ball­spiel in dem jeder Betei­ligte viele Emo­tionen gezeigt hat – außer der Schieds­richter.