Wäh­rend sich die pro­fes­sio­nellen Schau­spieler noch ver­wun­dert die Augen reiben, dass die Fuß­ball-Natio­nal­mann­schaft den Deut­schen Fern­seh­preis erhielt, brütet das ZDF schon ein wei­teres Über­ra­schungsei aus. Beim Main­zel­männ­chen­sender arbeitet man offenbar daran, das »Aktu­elle Sport­studio« in eine Musik­show umzu­wan­deln. Kaum sind die Mainzer »Bruchweg Boys« dort mit einer luf­tigen Gitar­ren­nummer auf­ge­treten, ist das nächste große Pop­ding in Pla­nung. Her­bert Grö­ne­meyer wird im kom­menden Jahr das Sport­studio mode­rieren – wenn im Gegenzug Michael Stein­bre­cher bei einem Grö­ne­meyer-Kon­zert als Sänger auf­tritt.



Ort des öffent­li­chen Ver­spre­chens war eine von Stein­bre­cher mode­rierte Pres­se­show in Ros­tock-War­ne­münde, bei der Her­bert Grö­ne­meyer seine Pläne für 2011 ver­kün­dete. Dass ihm dabei der ZDF-Sports­mann assis­tierte, war ebenso erstaun­lich wie pas­send. Erstaun­lich, weil die ARD (spe­ziell die Jugend­ra­dio­wellen) die Kon­zert­reise des 54-Jäh­rigen prä­sen­tiert. Ande­rer­seits passte es, weil die Tour durch diverse Fuß­ball­sta­dien führt.

Ein klares »Jou«

Über­haupt wäre er ja am liebsten selbst Fuß­baller geworden, offen­barte Deutsch­lands erfolg­reichster Gesangs­knödler (13,5 Mil­lionen ver­kaufte Platten) im Plausch mit dem eins­tigen Jugend­spieler von Borussia Dort­mund. In bester Sei­ten­li­ni­en­re­por­ter­ma­nier hatte der ihm dann auch ein spon­tanes »Jou« auf die Frage abge­rungen, ob er nicht gern mal das Sport­studio mode­rieren würde. Bis dem Geschmei­chelten ein­fiel, dass er über­haupt nicht mode­rieren kann. Als wäre das ein Grund! Tanzen kann er ja auch nicht, und trotzdem macht er es immer wieder auf der Bühne. Inzwi­schen sogar mit einer gewissen Begeis­te­rung über die eigene Unfä­hig­keit auf diesem Gebiet. 

Würde ihn die Mode­ra­tion der legen­dären ZDF-Sen­dung nicht doch reizen, hätte Grö­ne­meyer den Gast­auf­tritt in seiner eigenen Live­show besser nicht ins Spiel bringen sollen. Immerhin muss er damit rechnen, dass Stein­bre­chers das Angebot als Spe­cial Guest ernst­haft über­denken wird, viel­leicht gar auf Druck seines Sen­ders, dem eine hohen Zuschau­er­quote bei einem Sport­studio mit Herbie gewiss wäre.

So Stein­bre­cher wirk­lich singt und Grö­ne­meyer her­nach ins Sport­studio muss, kann sich ein Bun­des­li­ga­spieler schon mal freuen. Grö­ne­meyer will dann näm­lich ein Inter­view mit seinem »Lieb­lings­tor­wart Tim Wiese« machen. 

Hängt es viel­leicht mit einem trau­ma­ti­schen Erlebnis zusammen? Am 14. Oktober 2006 stand Wiese im Werder-Tor, als der VfL Bochum seine ver­eins­his­to­ri­sche Heim­klat­sche gegen die Bremer bekam. 0:6 hatten die Bochumer ver­loren – und das, nachdem ihr Herbie nach langem Bet­teln end­lich mal vor dem Spiel im Sta­dion die Hymne »Bochum« live mit­ge­sungen hatte.