Rainer Rauffmann

Wie Hof­mann in Öster­reich ist Rauffmann auf Zypern ein umju­belter Star. Dort hat er für Omonia Nikosia in 151 Spielen sagen­hafte 181 Buden erzielt. Ein­ziger Haken: Rauffmann ist 43, seine Kar­riere vorbei. Kein Thema“, zeigt sich der gebür­tige Klever jedoch relaxed. Wenn Jogi sich meldet, fang ich ein­fach wieder an.“



Oliver Geißen

Geißen macht alles – ohne dabei beson­ders ehr­geizig zu sein. Somit wäre er der ideale 22. Mann in Löws WM-Kader: Setzt sich ein­fach auf die Bank, nuschelt ein paar Halb­sätze und kann sogar die Zeit­lupe anmo­de­rieren („Wenn Sie mal schauen mögen“). Wahn­sinn.


Thomas Brdaric

Brdaric ist irgendwie immer noch Teil des Natio­nal­mann­schafts­ka­ders, wird aber wegen einer bedau­er­li­chen Pro­to­koll­panne nicht mehr über die Län­der­spiel­ter­mine infor­miert. Wolf­gang Niers­bach will sich zu gege­bener Zeit darum küm­mern.


Stefan Effen­berg

Noch immer wurmt es Effe, dass er sich erst nach seinem letzten Län­der­spiel hat täto­wieren lassen. So hatte er nie die Gele­gen­heit, den Kol­legen in der DFB-Nass­zelle sein groß­flä­chiges Adler-Haut­bild mit dem Schriftzug Fly like an Igel“ zu prä­sen­tieren. Aber wie heißt es so schön: Man duscht sich immer zweimal im Leben.


Cherno Jobatey


Seit 25 Jahren trägt der Hobby-Mode­rator zu jeder Tages- und Nacht­zeit Turn­schuhe und ist immer bereit zum spon­tanen Wald­lauf. Doch bis­lang klin­gelte nie­mand vom DFB durch. Dann mach ich halt weiter Fern­sehen“, droht Jobatey. Ob Löw nicht doch noch einen Platz frei hat?

Bud Spencer

War bisher alles, was Oliver Geißen nicht war: Olympia-Schwimmer, Fließ­band­ar­beiter, Jurist, Was­ser­baller, Biblio­thekar, Schläger, Frei­beuter, Phi­lo­soph. Schuld, dass heute auf ihn ver­zichtet wird, ist natür­lich die Sport­wis­sen­schaft, die mit aus­ge­klü­gelten Gra­phen und Leis­tungs­dia­gnosen x- und o‑beinige, schnauz­bär­tige, ein­ar­mige und vor allem fett­bäu­chige Sturm­tanks ein­fach aus­sor­tiert (siehe auch: Der Zorn des Wolfram Wuttke“).


Xavier Naidoo

Nach Jürgen Klins­manns Buddha-Bekenntnis kam es zum Zer­würfnis. Ver­ständ­lich, sang Klinsi 2006 doch noch inbrünstig Naidoos Durch­halte-Christen-Schlager Dieser Weg“ auf der Hal­li­galli-Meile vor dem Bran­den­burger Tor. Seit Löws Amts­an­tritt wit­tert der Mann­heimer Barde wieder seine Chance – als Mas­kott­chen, Spi­ritus Rector oder Geist aus der Fla­sche.


Marcel Ketelaer

Vor zehn Jahren galt er als der Spieler, der Deutsch­land 2006 zum WM-Titel schießen sollte. Heute spielt er in Öster­reich, dabei möchte er am liebsten nach Hause, nach Mön­chen­glad­bach, dort, wo seine Mutter eine Imbiss­bude besitzt. Hat schon mehr­mals Holger Strom­berg, den Chef­koch des DFB, ver­sucht zu über­zeugen, dass der Fit­ness-Roh­kost-Hype fucking über­wertet ist, und schickt ihm seit einigen Monaten beharr­lich Tief­kühl­cur­ry­würste in die Quar­tiere, den bei­gelegten Brief unter­schreibt er mit: The artist form­erly known as pro­ject 2006.“


Alex­ander Zickler

Hat vor einiger Zeit den Welt­re­kord im 100-Meter-Lauf gebro­chen. Leider ohne Zeugen, alleine im Salz­burger Land. Für einen Platz in Jogis Team, für den ersten Früh­ling im dritten Spät­herbst der Kar­riere sollte es den­noch rei­chen. Zumal er in der Alpen­liga irgend­wann mal 22 Tore in 29 Spielen erzielte. Erzählt man sich. Im Salz­burger Land.


Ailton

Erst kürz­lich lobte Ailton – der deut­scheste Bra­si­lianer neben Gio­vane Elber – wieder mal seinen Ex-Coach: Thomas Schaaf intel­li­gente Mann.“ Mit seinem Über­setzer (Claudio Pizarro) arbeitet er momentan an einer län­geren Ode an Jogi, die mit den Worten beginnt: Jogi Löw hüb­sche Mann“ und die endet mit dem Satz: Ailton nicht ver­gesse, wie geht Tor schieße.“ Wäre sie von Hape Ker­ke­ling oder Char­lotte Roche, wäre Ailton Marcel Reich-Ranicki. Oder das neue Uer­dingen-Mas­kott­chen.