Unter dem Arbeits­titel Europa League 2“ ver­ab­schie­dete die UEFA im Dezember 2018 die Ein­füh­rung eines neuen inter­na­tio­nalen Wett­be­werbs unter­halb der Europa League. Am Dienstag gab sie dem Kind einen Namen: Europa Con­fe­rence League“. Eine Idee, die die Fort­set­zung von die­sigen Euro­pa­po­kal­nächten in noch älteren, noch ost­eu­ro­päi­scheren Län­dern befürchten lässt. Doch wer in die Aus­schrei­bung blickt, merkt schnell: Das Tur­nier hat das Zeug zum Kas­sen­schlager.

Der Clou: Inter­na­tional und lokal

32 Teams aus 55 Natio­nal­ver­bänden treffen in der Con­fe­rence League auf­ein­ander. Damit das ganze aber nicht als zweit­klas­sige Europa League daher­kommt, haben sich die Grün­der­väter einige Kniffe über­legt. In der 1. Qua­li­fi­ka­ti­ons­runde spielen nicht nur der Tabel­len­zweite Nord­ir­lands und Gibral­tars mit, son­dern auch die Meister aus Maze­do­nien und Lich­ten­stein. Der­by­fee­ling dürfte sich aus­breiten, sobald in der 2. Qua­li­fi­ka­ti­ons­runde auch der Meister der zyprio­ti­schen Liga auf den grie­chi­schen Tabel­len­dritten treffen könnte. Die Con­fe­rence League wie eine neu­eröff­nete Eck­kneipe im Prenz­lauer Berg: inter­na­tional und lokal zugleich. Toll.

Dabei ist der Pokal kein Kunst­pro­dukt, son­dern ein Wett­be­werb mit His­torie. Einen freien Platz im Teil­neh­mer­feld erhält der Tabel­len­führer der Fünf-Jahres-Wer­tung des UI-Cups, der auf einem geson­derten Qua­li­fi­ka­ti­onsweg gegen die Ver­eine der tem­po­rären Gast­länder aus Süd- und Nord­korea spielen wird.

Son­der­rolle für den DFB

Schwierig ist hin­gegen die anschlie­ßende Grup­pen­aus­lo­sung, aus den Töpfen A bis Q. Die Uefa behält sich vor, dass iri­sche und nord­iri­sche Teams nicht auf­ein­an­der­treffen können. Auch Mann­schaften mit mehr als drei bos­ni­schen oder alba­ni­schen Spie­lern (eine Addie­rung ist in diesem Fall nicht mög­lich) im Kader (Stichtag: 31.09.) rut­schen, sofern sie in eine Gruppe mit einem ser­bi­schen oder serbo-kroa­ti­schen Ver­treter gelost werden, eine Gruppe weiter.

Für die deut­schen Ver­treter ist das Prinzip simpel: Der Tabel­len­sechste oder ‑siebte, je nach Aus­gang des DFB-Pokal­fi­nals, zieht direkt in die Play-Offs ein und wäre in der Grup­pen­phase ein­ziger deut­scher Ver­treter, außer eine Mann­schaft aus dem Sie­ben­ge­birge rückt nach. Dann dürfte der DFB einen wei­teren Teil­nehmer ernennen – auch aus dem nicht-euro­päi­schen Aus­land.