Nach zuletzt vier Unent­schieden in Folge behaupten böse Zungen vor dem heu­tigen Spiel gegen Ita­lien schon, der 1:1‑Spielbericht liege längst in den Schub­laden der Sport­re­dak­tionen. Der deut­schen Natio­nal­mann­schaft zuzu­sehen, bedeutet dieser Tage ihr in ihrer Unent­schie­den­heit zuzu­sehen. Und daraus eine eigene Unent­schlos­sen­heit zu ziehen.

Doch was sagen die letzten Spiele wirk­lich über die Natio­nal­mann­schaft aus? Ist allein die Nations League Schuld an den zumeist unbe­frie­di­genden Leis­tungen? Hat Deutsch­land ein Stürm­er­pro­blem? Oder kommt so eine 1:1‑Serie eben dabei rum, wenn der beste Spieler Jonas Hof­mann heißt?

Die Auf­bruch­stim­mung unter Bun­des­trainer Hansi Flick ist jeden­falls dahin. Gegen einen auf Laufen und Kämpfen limi­tierten Gegner konnte die Mann­schaft nicht nur wieder keinen Sieg ein­fahren, sie bot über weite Stre­cken auch noch einen lust­losen Auf­tritt. Viel­leicht ein neuer Tief­punkt unter Flick. Der jeden­falls kri­ti­siert nach dem Spiel gegen Ungarn die Ein­stel­lung seiner Spieler: Vom Ergebnis her und von der Art und Weise, wie wir das Spiel ange­gangen sind, war es für uns ein Rück­schritt.“

Keine Ideen, kein Esprit

Dabei konnte Hansi Flick gegen Ungarn gar einen Rekord ein­fahren: Viermal in Folge hat noch nie ein DFB-Team 1:1 gespielt. Die Deut­schen hatten zwar deut­lich mehr Ball­be­sitz, wussten oder wollten aber wenig damit anzu­fangen. Das kri­ti­sierte auch der Bun­des­trainer: Wir haben ein­fach ohne Über­zeu­gung auf­ge­baut, waren zu schlep­pend im Spiel­aufbau.“ Aber warum? War es nur die viel beklagte Müdig­keit zum Sai­son­ende und die oft kri­ti­sierte Irrele­vanz des Wett­be­werbs, die den Spie­lern die Leich­tig­keit genommen hat? Oder fehlt es grund­sätz­lich an Kon­stanz?

Bester Mann auf dem Feld war mal wieder Manuel Neuer. Bezeich­nend, fand auch Bun­des­trainer Flick: Es ist meis­tens so, wenn ein Tor­wart her­aus­ra­gend ist, dann stimmt ein biss­chen was im Spiel nicht.“ Vor dem Kasten von Neuer offen­barte die Mann­schaft gleich zwei Pro­blem­zonen. Der Defen­sive fehlt es an Sta­bi­lität und Ord­nung und der Offen­sive an Krea­ti­vität und Effi­zienz.