Das Schicksal der vor­zei­tigen Ent­las­sung trotz aus­sichts­rei­cher Posi­tion im Kampf um den Auf­stieg teilt Stefan Krämer mit seinem Vor­gänger Michael Wie­singer. Damals gab Pono­marev der Erfolg Recht, Krämer star­tete eine Sie­ges­serie und stieg sou­verän auf. Eben diese Sou­ve­rä­nität hat dem Investor nun gefehlt. Bei der Suche nach einem neuen Trainer ver­folgt er offenbar die­selbe Stra­tegie wie bei der Spie­ler­suche: Große Namen soll es richten.

Effen­berg oder Magath als Heils­bringer?

Zu den beiden Kan­di­daten, die aktuell gehan­delt werden, habe ich eine klare Mei­nung: Felix Magaths Füh­rungs­stil ist in meinen Augen über­holt und funk­tio­niert im heu­tigen Fuß­ball nicht mehr. Und Stefan Effen­berg müsste schon ein sehr über­zeu­gendes Kon­zept vor­legen, um seinen erfolg­losen Erst­ver­such als Trainer in Pader­born vor drei Jahren ver­gessen zu machen. Hinzu kommt, dass beide wohl kaum akzep­tieren würden, dass Pono­marev nicht nur das Geld zur Ver­fü­gung stellt, son­dern bei Spie­ler­trans­fers gerne mal eigene Ent­schei­dungen trifft, ohne den Trainer mit ein­zu­be­ziehen.

Rah­men­be­din­gungen nicht auf­stiegs­reif

Der indi­vi­duell stark besetzte Kader ist längst keine Garantie für den Erfolg. Denn ein kurzer Blick hinter die Kulissen zeigt, dass es an allem anderen fehlt – nicht nur am eigenen Sta­dion. Die Geschäfts­stelle des KFC hat die kleinste Mann­schaft der gesamten Liga. Ein Nach­wuchs­leis­tungs­zen­trum ist ebenso wenig vor­handen wie ein eigenes Trai­nings­ge­lände. Das wurde Krämer und seiner Mann­schaft spä­tes­tens vor dem Würz­burg-Spiel zum Ver­hängnis. Das Abschluss­trai­ning am Samstag musste auf­grund der Schnee­fälle abge­sagt werden, die Stadt konnte keinen geeig­neten Platz zur Ver­fü­gung stellen. Pro­fes­sio­nelle Vor­be­rei­tung – nahezu unmög­lich.

Andere Ver­eine ste­cken die Hälfte ihres Bud­gets in die Infra­struktur und nur 30 – 40 % in die Mann­schaft. In Uer­dingen sieht die Lage kom­plett anders aus. Das Inves­ti­ti­ons­ver­hältnis stimmt nicht, der Fokus liegt zu sehr auf dem teuren Spie­ler­kader. In meinen Augen ist das zu kurz gedacht. Nach­hal­tig­keit ist die Basis für lang­fris­tigen Erfolg, das haben ähn­liche Modelle wie Hof­fen­heim oder Leipzig gezeigt.