Nico Schulz, im DFB-Pokal-Halb­fi­nale gegen Ein­tracht Frank­furt wurden Sie nach 41 Minuten für den ver­letzten Oscar Wendt ein­ge­wech­selt. Davor hatten Sie so gut wie keine Spiel­praxis gesam­melt. Was ging Ihnen in den Momenten vor der Ein­wechs­lung durch den Kopf?
Zunächst mal hofft man, dass es den Mit­spieler nicht schlimmer erwischt hat. Ansonsten ver­suche ich, mir nicht son­der­lich viele Gedanken zu machen. Ich weiß ja, was ich kann. Dafür trai­niere ich schließ­lich, dafür bin ich Profi. 

Und auch fuß­bal­le­risch gibt es nichts, was sie sich vor­nehmen?
Natür­lich kon­zen­triert man sich erstmal auf die Grund­lagen, macht keine ver­rückten Sachen, spielt die ein­fa­chen Pässe. Wenn das gut funk­tio­niert, kommt der Rest von ganz allein.

Gegen Frank­furt haben Sie gleich mehr als ordent­lich gespielt. Danach waren Sie gesetzt. Gegen Mainz wurden Sie mit einer Vor­lage und einem Tor zum Match­winner.
Der Assist zum 1:0 war, ehr­lich gesagt, so nicht beab­sich­tigt, da wollte ich eigent­lich aufs Tor schießen. Dass der Schuss dann durch­rutscht und vor den Füßen von Lars Stindl landet, ist natür­lich Glück. Aber wie gesagt, das muss man sich auch erar­beiten.

Dazu hatten sie in Mön­chen­glad­bach lange Zeit keine Mög­lich­keit. Zwei Monate nach ihrem Wechsel aus Berlin zogen Sie sich einen Kreuz­band­riss zu. Danach schien Oscar Wendt als Links­ver­tei­diger gesetzt. 
Das hätte mir in Berlin genauso pas­sieren können. Ich stand damals vor einer Grund­satz­ent­schei­dung: den Ver­trag ver­län­gern, in der Stadt, in der ich mein bis­he­riges Leben ver­bracht hatte, oder die Heimat eben auch mal ver­lassen. Und dann kam das Angebot der Borussia, die eine sen­sa­tio­nelle Ent­wick­lung genommen haben. Auch Lucien Favre spielte eine Rolle