Seite 2: Was hat Ek vor?

Das bri­ti­sche Bou­le­vard­blatt The Sun fei­erte die (ver­meint­lich) bevor­ste­hende Über­nahme durch Ek bereits mit einer fik­tiven Spo­tify-Play­list, auf der ima­gi­näre Stars wie die Wen­ger­boys“ oder Xhaka Khan“ auf­tau­chen – und Songs wie Wonder Wal­cott“, Never Gunner Give You Up“ oder We Like To Partey“. Auch Arse­nals Fan­ge­meinde ist hoff­nungs­froh. Mit Ek, so der Tenor, käme end­lich einer, der es gut meint mit ihrem Verein. Einer, der ordent­lich inves­tiert – nicht in Ren­dite-Aus­sichten, son­dern in Super­stars. Dass zahl­reiche Ikonen aus der großen Arsenal-Zeit, dar­unter auch Dennis Berg­kamp und Patrick Vieira, die Über­nahme befür­worten, stärkt Eks Ansehen nur noch mehr.

Daniel Ek, wohn­haft auf einer eigenen Halb­insel am Rande von Stock­holm, umgibt sich gerne mit großen Namen. Face­book-Pate Mark Zucker­berg zählt ebenso zu seinen Freunden wie der schwe­di­sche Natur­for­scher Johan Ernst Nilson. Bei Eks Hoch­zeit im Jahr 2016 sang Bruno Mars („Marry You“). Die Trau­ungs­ze­re­monie mode­rierte der US-Come­dian Chris Rock. Ek, dem nach eigener Aus­sage noch zwölf bis 14 Pro­zent“ an Spo­tify gehören, ist eben eine große Nummer im Showbiz. Böse Zungen behaupten, er presse es mit seiner Strea­ming-App (155 Mil­lionen Abon­nenten welt­weit) gerade zu aus. Schät­zungen zufolge zahlt Spo­tify pro gestreamtem Song im Schnitt läp­pi­sche 0,003 Cent an die Künstler.

Lineker warnt

Im ver­gan­genen Jahr brachte Ek die Rock- und Pop-Branche end­gültig zum Schäumen, als er ver­kün­dete, es sei eben nicht genug“, wenn man nur alle drei bis vier Jahre mal ein biss­chen Musik auf­nimmt“. REM-Sänger und ‑Song­writer Mike Mills schimpfte, Ek habe ein­fach nicht ver­standen, wie viel Arbeit und Zeit in die Pro­duk­tion von Hit­songs fließe. Andere mun­keln, Ek habe dies sehr wohl ver­standen – es sei ihm jedoch egal. Auch Gary Lineker sieht in dem poten­zi­ellen neuen Arsenal-Besitzer nicht den Fan, son­dern eher den Finanzhai. Ek, so twit­terte Eng­lands Fuß­ball-Legende an die Adresse des Arsenal-Anhangs, sei in der Ver­gan­gen­heit nicht wirk­lich wirk­lich groß­zügig gegen­über Musi­kern gewesen, aber ich bin sicher, gegen­über Fuß­bal­lern und gegen­über eurem Klub wird er sich anders ver­halten“. Ironie off.

Im Inves­toren-finan­zierten Sport ist eben wenig Platz für Romantik. Und des­halb attes­tiert Lineker den Ek-Befür­wor­tern unter den Gunners“-Anhängern vor allem eines: Blau­äu­gig­keit. Das ist doch ein großer Teil des Pro­blems“, twit­terte der WM-Tor­schüt­zen­könig von 1986: Die Fans wün­schen sich immer, dass dieser oder jener Mil­li­ardär ihren Verein kauft… in der Hoff­nung, dass er ein bes­serer Mil­li­ardär ist als der, den sie bereits haben.“

Auch die aus dem Ek-Lager gestreuten Gerüchte, der Schwede wolle Fan­ver­treter in der Klub­füh­rung instal­lieren, sind mit erhöhter Vor­sicht zu genießen. Ich glaube zwar, dass Herr Ek bemüht sein würde, eine gewisse Ver­bin­dung zu den Fans her­zu­stellen“, erklärte Ex-Arsenal-Tor­jäger Kevin Camp­bell (51). Aber hier geht es um Busi­ness-Deals, und wir reden über wirk­lich großes Geld. Dass die Fans künftig etwas zu sagen haben könnten, nein, das sehe ich nicht.“