Am Montag treffen sich die 36 Klubs der DFL zu einer Voll­ver­samm­lung, um über das wei­tere Vor­gehen in der Corona-Krise abzu­stimmen. Nach 11FREUNDE-Infor­ma­tionen wird der DFL-Vor­stand den Ver­einen vor­schlagen, nach Ostern wei­ter­zu­spielen – dann wohl ohne Zuschauer. Die Inter­es­sen­ge­mein­schaft Unsere Kurve“ hin­gegen mahnt: Geis­ter­spiele stellen keine Alter­na­tive dar.“ Zudem mahnt die Fan­or­ga­ni­sa­tion die Klubs zur Soli­da­rität.

Nach­fol­gend der Aufruf von Unsere Kurve“ im Wort­laut:

Wer von Soli­da­rität spricht, muss soli­da­risch han­deln

Heute treffen sich die Ver­eine der Bun­des­liga und 2. Bun­des­liga zu einer außer­or­dent­li­chen Mit­glie­der­ver­samm­lung. In diesem Zusam­men­hang richten wir zwei Appelle an Ver­eine und Ver­bände:

1. Die Saison muss so lange unter­bro­chen werden, wie es gesamt­ge­sell­schaft­lich not­wendig ist.
Es darf nicht sein, dass das öffent­liche Leben still­ge­legt wird, der Pro­fi­fuß­ball aber wei­terhin mit allen Mit­teln ver­sucht, eine Schein­rea­lität auf­recht zu erhalten. Geis­ter­spiele stellen keine Alter­na­tive dar. Die Euro­pa­meis­ter­schaft 2020 und inter­na­tio­nale Wett­be­werbe müssen ver­schoben werden.

2. Der Pro­fi­fuß­ball muss sich aus eigener Kraft helfen und auf die Inan­spruch­nahme staat­li­cher Hilfen ver­zichten.
Dies kann durch die Ein­rich­tung eines eigenen Fonds rea­li­siert werden. Manager, Funk­tio­näre und Spieler können – ohne, dass dies in irgend­einer Weise exis­ten­zi­elle Folgen für sie hätte – nach Ein­kommen gestaf­felt für eine bestimmte Zeit auf Anteile ihres Gehalts ver­zichten. Damit wäre der Pro­fi­fuß­ball nicht auf staat­liche Hilfen ange­wiesen. Sie können damit denen zu Gute kommen, die diese Hilfen tat­säch­lich benö­tigen. Vor der Unter­bre­chung der Saison haben Ver­bände, Ver­eine und Spieler in Zusam­men­hang mit den Fan­pro­testen und dem soge­nannten 3‑Stufen-Plan fast infla­tionär von Werten, von Mensch­lich­keit und von Soli­da­rität gespro­chen. Jetzt müssen sie zeigen, dass es sich nicht um leere Wort­hülsen han­delte. Oder gar um ein Fei­gen­blatt, um die eigenen wirt­schaft­li­chen Inter­essen zu sichern. Der Fuß­ball in Deutsch­land ist auf­ge­for­dert, sich mit der realen gesamt­ge­sell­schaft­li­chen Situa­tion aus­ein­an­der­zu­setzen und sich in dieser ver­ant­wor­tungs­be­wusst zu ver­halten.

Für einen Fuß­ball im Sinne der Men­schen statt des maxi­malen Pro­fits.