Herr Kölmel, der Ein­stieg von Red Bull in den in den Leip­ziger und damit in den deut­schen Fuß­ball sorgt für viel Furore. Wie sehen Sie die Über­nahme die Über­nahme des SSV Makran­städt durch den neuen Groß­in­vestor?

Ich freue mich auf Red Bull. Es wird noch eine neue Farbe im Leip­ziger Ver­eins­fuß­ball geben. Aktu­elle Umfragen zeigen, das Hof­fen­heim der zweit­be­lieb­teste Bun­des­li­gist der abge­lau­fenen Saison ist. Daran sieht man, auch ein Verein mit einem großen Investor kann dahin kommen. Zwar kann man sich, wenn man mit etwas mehr Geld spielt, den Erfolg nicht kaufen, aber für Leipzig steigen die Chancen.



Wie geht es für das Zen­tral­sta­dion weiter?

Ich hab vor der WM den Ausbau und die Reno­vie­rung des Sta­dions über­nommen. Mit dem Leip­ziger Fuß­ball ging es seither nicht bergauf. Nun hat Red Bull einen Miet­ver­trag abge­schlossen, und dazu gehört ein Ver­trag über die Namens­rechte bis zum Jahr 2030. Ob das Sta­dion nun RB-Arena“ heißen wird oder anders, dass muss nun Red Bull ent­scheiden.

Wann spielt RB Leipzig im Zen­tral­sta­dion?

Auch das ent­scheidet Red Bull. Es hängt natür­lich von der Zuschau­er­zahl ab. Wenn der Verein nach der kom­menden Saison in die Regio­nal­liga auf­steigt, dann wird es über­le­gens­wert, dort Spiele aus­zu­tragen. Richtig Sinn macht dies aber erst ab etwa 5000 Zuschauern. Davon kann man ab der Zuge­hö­rig­keit zu Dritten Bun­des­liga aus­gehen.

Sie sind Kenner der regio­nalen Fuß­ball­szene, haben bei­spiels­weise in Dynamo Dresden viel Geld inves­tiert. Befürchten Sie nicht, ein Enga­ge­ment von RB Leipzig würde den säch­si­schen Fuß­ball um Jahr­zehnte in seiner nach­hal­tigen Ent­wick­lung zurück­werfen?


Nein, das Gegen­teil ist der Fall. Mit Red Bull kommt jemand in die Region, der ein pro­fes­sio­neller Sport­för­derer ist. Dies wird positiv aus­strahlen. Zum Bei­spiel will Red Bull ein unheim­lich gutes Jugend­zen­trum hier auf­bauen. Talente könnten auf diese Weise end­lich in der Region gehalten werden, dies war vorher nicht der Fall. Es wird aber nicht nur sport­lich einen Sog-Effekt geben, auch wirt­schaft­lich wird es Spon­soren nach sich ziehen.

Sie sagen, RB Leipzig könnte in acht Jahren in der Ersten Bun­des­liga spielen. Ihren Wün­schen zufolge: Wie stellen Sie sich die lang­fris­tige Zukunft des Ver­eins vor?

Erfolg kann man nicht kaufen, aber acht Jahre halte ich für eine rea­lis­ti­sche Zeit, um in der ersten Liga anzu­kommen. Red Bull ist ein extrem erfolgs­ori­en­tiertes Unter­nehmen. Ich kann mir nicht vor­stellen, dass sich das Unter­nehmen in Zukunft mit der Ersten und Zweiten Bun­des­liga zufrieden gibt. Und irgend­wann soll RB Leipzig sicher­lich auch einmal euro­pä­isch spielen, die Stadt Leipzig hat allemal das Poten­tial dazu. Jetzt geht es aber erstmal darum, die Tages­auf­gaben in der fünften Liga zu machen. 

Leipzig beher­bergt schon über Jahr­zehnte hinweg eine explo­sive Fan­mi­schung. Was bedeutet der neue Verein für die Anhänger von Lok Leipzig und Sachsen Leipzig?

Am Ende werden auch deren Ver­eine von RB Leipzig pro­fi­tieren. Gute Spieler werden in der Gegend bleiben. Das gesamte Niveau des Leip­ziger Fuß­balls wird sicher­lich steigen. Wo das gut funk­tio­niert hat: In Mün­chen. Dort spielt neben Bayern, 1860 und Unter­ha­ching.

RB-Leipzig hat die Män­ner­mann­schaft des SSV Makran­städt über­nommen. Zum Spiel­be­trieb in der fünften Liga fehlt nun noch eine Nach­wuchs­ab­tei­lung. Das Nach­wuchs­zen­trum des gerade insol­vent gegangen Sachsen Leipzig bietet sich da doch förm­lich an.

So ist es. Die Nach­wuchs­mann­schaften war für Sachsen Leipzig noch nie finan­zierbar. Dies habe ich über Jahre hinweg über­nommen. Durch die Insol­venz ist mein Enga­ge­ment beendet. Sowohl die Stadt Leipzig als auch der Verein Sachsen Leipzig sind sicher­lich froh, wenn Sie jemanden gefunden haben, der sie finan­ziert. 


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