Die WhatsApp-Nach­richt aus dem Freun­des­kreis kam um kurz vor Mit­ter­nacht und sie lau­tete: Feuert Arminia morgen wirk­lich Uwe Neu­haus?“ Es pas­siert nicht allzu oft, dass der tap­fere Auf­steiger aus Ost­west­falen die Men­schen draußen im Lande bewegt, schon gar nicht an einem späten Sonn­tag­abend, und erst recht nicht, wenn sie mit Arminia Bie­le­feld nor­ma­ler­weise über­haupt nichts am Hut haben. Aber dass ein Klub, der am Sai­son­ende über dem Strich stehen will, seinen Trainer feuern will, weil er nach zwei Drit­teln der Saison exakt auf dem­selben steht, ist dann offenbar doch eine ver­blüffte Nach­frage wert.

Mitt­ler­weile ist es längst amt­lich: Ja, Uwe Neu­haus ist raus. Und Arminia hat es geschafft, zumin­dest für die nächsten paar Stunden sogar mal Schalke 04 die Show zu stehlen. Die Schalker hätten statt der geschassten fünf sogar sechs, sieben oder acht Mit­ar­beiter an die Luft setzen können, die all­ge­meine Über­ra­schung wäre nicht größer gewesen als bei der Mel­dung vom Raus­wurf des Bie­le­felder Auf­stiegs­trai­ners.

Es rumorte schon länger

Nicht nur, dass Neu­haus Arminia als Abstiegs­kan­didat in der zweiten Liga über­nommen und inner­halb von etwas mehr als zwei Jahren zurück in Bereiche geführt hat, von denen sich der stets klamme Klub ein für alle mal ver­ab­schiedet zu haben schien. Der Trainer eta­blierte zudem eine Spiel­kultur, wie man sie bei den oft rus­ti­kalen Bie­le­fel­dern zuvor schmerz­lich ver­misst hatte. Und, ganz nebenbei: So viele Bun­des­liga-Coa­ches, die kurz nach einem 3:3 beim FC Bayern ent­lassen wurden, gibt es wahr­schein­lich auch nicht.

Wobei die Nach­richt für all jene, die sich regel­mäßig mit dem DSC Arminia beschäf­tigen, nicht ganz so über­ra­schend kommt wie für Außen­ste­hende. Schon in der Hin­runde, als der Auf­steiger zwi­schen­zeit­lich sieben Spiele in Folge verlor, rumorte es zwi­schen dem west­fä­lisch-sturen Neu­haus und dem Verein. Dann gewann die Mann­schaft mit 1:0 auf Schalke und star­tete eine Art Serie. Die grund­sätz­li­chen Mei­nungs­ver­schie­den­heiten zwi­schen Uwe Neu­haus und ins­be­son­dere Sport­chef Samir Arabi blieben aber bestehen.